Tommy Haas hat bisher elf Turniere auf der ATP-Tour gewonnen © getty

Mit einem eindrucksvollen Sieg über den Weltranglistenfünften sorgt Tommy Haas für die erste große Überraschung in München.

München - Die Nummer 134 besiegt die Nummer 5: Tommy Haas hat beim ATP-Turnier in München (LIVE im TV auf SPORT1) für einen spektakulären Höhepunkt gesorgt.

Der 34 Jahre alte gebürtige Hamburger setzte sich im Achtelfinale der BMW Open bemerkenswert deutlich mit 6:1, 6:4 gegen Jo-Wilfried-Tsonga durch.

Dieses Match", sagte Haas, "werde ich jetzt erst mal genießen." Hätte ihm zuvor jemand gesagt, dass er gegen Tsonga gewinne, `dass ich mit 34 Jahren noch mal einen Top-5-Spieler schlage, dann hätte ich das nicht geglaubt.

Am kommenden Freitag spielt Haas nun gegen Marcos Baghdatis aus Zypern. Haas steht damit erstmals seit dem vergangenen Oktober in Wien in einem Viertelfinale.

Ein selten gewordener Erfolg

Das begeisterte Publikum auf dem Centre Court des MTTC Iphitos sah dennoch einen selten gewordenen Erfolg des Wahl-Amerikaners.

Die Runde der letzten Acht bei einem Sandplatz-Turnier hatte Haas zuletzt im April 2009 in Houston erreicht - und sein letzter Sieg gegen einen Spieler aus den Top 5 der Weltrangliste war ihm im Juni 2009 gelungen:

Damals gewann er im Viertelfinale von Wimbledon in vier Sätzen gegen den viertplatzierten Novak Djokovic. Haas versprach, "alles dafür zu tun", auch am Wochende noch im Turnier zu sein.

Gutes Service, riskante Schläge

Tsonga hatte vor Turnierbeginn noch darauf hingewiesen, dass die rote Asche nicht sein Lieblingsbelag sei - der bevorzugte Untergrund von Haas ist es aber auch nicht.

Doch während der Lokalmatador mit den Bedingungen praktisch mühelos zurechtkam, hervorragend servierte und seine teils sehr riskanten Schläge fast allesamt traf, suchte Tsonga vergeblich nach seinem Spiel. "Er hat mir ein paar leichte Fehler gegeben", sagte Haas.

Der Franzose hatte eine hohe Fehlerquote, kassierte im ersten Satz Breaks zum 0:2 und 0:4 und im zweiten zum 2:3. Nach 59:57 Minuten nutzte Haas den zweiten Matchball (DATENCENTER: Die Ergebnisse der BMW Open).

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"Tommy ist ein großer Champion"

"Wir wissen alle, dass Tommy ein guter Spieler ist. Er ist ein großer Champion", sagte Tsonga über seinen sieben Jahre älteren Gegner.

Haas, fügte der sichtlich geknickte Franzose hinzu, "hat einfach besser gespielt als ich", was aber auch kein Wunder sei bei einem Spieler, dessen Potenzial ihn zu einem Top-5-Spieler machen sollte. "Freut mich, dass er das sagt", sagte Haas.

Baghdatis wirft Brown raus

Haas ist bislang einziger deutscher Viertelfinal-Teilnehmer. Sein Gegner Baghdatis, an Nummer acht gesetzt, hatte zuvor die Gruppe der zunächst neun deutschen Teilnehmer in München weiter reduziert.

Baghdatis setzte sich mit 1:6, 6:4, 6:4 gegen Dustin Brown durch, der nach starkem Beginn immer mehr Fehler beging.

Davor hatte bereits Matthias Bachinger gegen den an Nummer drei gesetzten Marin Cilic (Kroatien) mit 3:6, 2:6 verloren.

Kohli trifft auf Gulbis

Haas ist damit neben Philipp Kohlschreiber (Augsburg) der einzige noch im Turnier verbliebene Deutsche.

Der an Nummer vier gesetzte Kohlschreiber greift nach seinem Freilos in der ersten Runde erst am Donnerstag ein: Er trifft auf Ernests Gulbis (Lettland).

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