Rafael Nadal muss eine klare Niederlage einstecken
Rafael Nadal wurde am 18. August 2008 erstmals die Nummer 1 der Weltrangliste © getty

Zwischen "jämmerlichen Heulen" und "unblutigem Kämpfer": In seiner Autobiografie zeigt sich Rafael Nadal überraschend offen.

München - Tennisstar Rafael Nadal gewährt in seiner am Donnerstag in deutscher Sprache erscheinenden Autobiografie "Rafa - Mein Weg an die Spitze" bewegende Einblicke in sein Leben.

In dem Buch, das der sechsmalige French-Open-Sieger gemeinsam mit dem britischen Journalisten John Carlin geschrieben hat, kommen auch Familienmitglieder Nadals zu Wort.

So verrät Mutter Ana Maria Parera einiges über die andere Seite des spanischen Tennis-Matadors: "Tief im Inneren ist er ein sensibler Mensch voller Ängste und Unsicherheiten. Er mag zum Beispiel die Dunkelheit nicht, schläft lieber bei Licht und laufendem Fernseher. Gewitter mag er auch nicht."

Patentante entsetzt über Führerschein

Für Schwester Maribel ist ihr Bruder "ein bisschen ein Angsthase".

Als Patentante Marilen erfuhr, dass der abseits des Courts technisch wohl eher unbegabte Nadal seinen Führerschein gemacht hatte, rief sie:

"Was für eine Gefahr für uns alle."

Trennung der Eltern bricht Herz

Dass seine Familie ihm über alles geht, beweist das Kapitel "Das verlorene Paradies", in dem Nadal überraschend offen über die Trennung seiner Eltern und seine Gefühlslage erzählt.

"Das brach mir das Herz", schreibt der 25-Jährige über die Krise. Auch die diffizile Beziehung zu seinem Onkel und Langzeittrainer Toni wird beleuchtet.

Dabei findet Nadal durchaus kritische Worte für den autoritären Führungsstil und den rüden Umgangston des Coaches, der den Neffen einst als "Mama-Kind" bezeichnete.

Erbkrankheit bedroht Karriere

Nadal berichtet außerdem, dass seine Karriere vor sieben Jahren wegen einer sogar vor dem Ende stand.

Er gibt zu, vor den Matches unter Pinkel-Attacken zu leiden und unter der Dusche schon mal jämmerlich geheult zu haben.

Beim Betreten des Platzes passiert dann die Verwandlung.

"Es ist eine Art Selbsthypnose"

"Du musst dich mit einem Schutzschild umgeben, dich in einen unblutigen Kämpfer verwandeln. Es ist eine Art Selbsthypnose, ein todernstes Spiel. Solange ich spiele, erlaube ich mir nie auch nur ein Lächeln", schreibt der Linkshänder (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Je besser man die menschlichen Gefühle unterdrücke, umso höher seien die Siegchancen.

Lange nicht gelesen

Sein eigenes Buch, das zunächst nur in englischer Sprache erschien, hatte der frühere Weltranglistenerste lange Zeit nicht gelesen.

Nadal: "Ich weiß ja, was drin steht. Außerdem hätte es mir in einer fremden Sprache zu viel Mühe gemacht."

Weiterlesen