Rainer Schüttlers langjähriger Trainer und Manager Dirk Hordorff sieht bei der Suche nach einem neuen Davis-Cup-Teamchef "eine Fülle von Kandidaten", hat aber klare Vorstellungen davon, was der Nachfolger von Patrik Kühnen darf und vor allem nicht darf.

"Ich persönlich bin der Überzeugung, er sollte keine Spieler auf der ATP Tour betreuen, keine Akademie betreiben, keine deutschen Spieler managen und kein Bundesliga-Team führen", sagte Hordorff im Gespräch.

Folgt der DTB dieser Argumentation, wären zwei der vier hoch gehandelten Kandidaten aus dem Rennen. Carsten Arriens ist Teamchef des Bundesligisten Kurhaus Aachen und hat für das kommende Jahr einen Vertrag als Trainer von Tour-Profi Matthias Bachinger (München) in der Tasche.

Der frühere Davis-Cup-Spieler Alexander Waske leitet seit zwei Jahren seine eigene Tennis-Akademie auf der Offenbacher Rosenhöhe.

Blieben Michael Kohlmann und Rainer Schüttler. Über Schüttler, den er als Trainer, Berater und Manager zur Nummer fünf der Welt machte, sagt Hordorff:

"Für Rainer sprechen seine Unabhängigkeit und sein problemloses Verhältnis zu Spielern und Medien."

Grundsätzlich müsse man dem DTB die Frage stellen, "warum nicht mit möglichen Kandidaten für die Kühnen-Nachfolge rechtzeitig Gespräche geführt wurden".

Spätestens beim Power Horse World Team Cup im Mai in Düsseldorf, wo sich die Spieler gegen Kühnen als Teamchef ausgesprochen hatten, sei klar gewesen, dass "die Ära Kühnen so nicht weitergehen konnte".

Grundsätzlich favorisiert Hordorff das Modell Niki Pilic: "Ein Teamchef, der so wie Niki damals die Rolle ausfüllt, dazu ehemalige Profis, die sich um die Nachwuchsarbeit kümmern und unabhängig und ohne Interessenkonflikte das deutsche Herrentennis wieder nach vorne bringen - das wäre optimal."

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