DTB-Präsident Altenburg (r.) bestellte Stephan Brune (l.) 2011 zum Geschäftsführer © imago

Der Verband kommt nicht zur Ruhe. Geschäftsführer Stephan Brune muss den Hut nehmen. Und: Wer wird Davis-Cup-Teamchef?

München - Die Chaos-Tage im Deutschen Tennis Bund (DTB) gehen weiter.

Nun muss auch der seit seinem Amtsantritt umstrittene Hauptgeschäftsführer Stephan Brune seinen Hut nehmen.

48 Stunden vor der Mitgliederversammlung am Sonntag in Bad Neuenahr wurde aus DTB-Kreisen die Demission des 48-Jährigen zum Jahresende bestätigt.

Trennung vom Pressesprecher

Bereits am Donnerstagabend hatte der Verband offiziell die Trennung vom langjährigen DTB-Pressesprecher Oliver Quante bekannt gegeben. An Quantes Stelle tritt der 66-jährige Jens-Peter Hecht, von 1984 bis 2000 schon einmal Pressechef des DTB.

Während die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit schnell neu besetzt wurde, ist über einen möglichen Nachfolger für Stephan Brune zumindest offiziell noch nichts bekannt.

Brune war im Zuge der Amtsübernahme von DTB-Präsident Karl Altenburg im November 2011 zum Hauptgeschäftsführer bestellt worden, ausgestattet mit einem Drei-Jahres-Vertrag bis Ende 2014. Sein beachtliches Jahresgehalt von über 200.000 Euro hatte sowohl Brune als auch das gesamte DTB-Präsidium immer wieder in den Mittelpunkt der Kritik gerückt.

Druck der Verbandschefs

"Viel kostet viel", war Altenburgs stereotype Antwort auf diese Kritik, doch Brune, wegen seiner beruflichen Vergangenheit als Vorstandsvorsitzender der Firma Zapf Creation stets etwas despektierlich "Puppenspieler" genannt, blieb den Nachweis seiner Fähigkeiten nach Meinung der mächtigen Landesverbände zumeist schuldig.

Zudem legte er sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit in der Diskussion um den Porsche-Deal mit Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner an, womit er in der Öffentlichkeit viel Kredit verspielte. (Becker: "Hätte zwar das Know-how, aber nicht die Zeit")

Zuletzt konnte auch der nicht immer souverän wirkende Altenburg seinen Wegbegleiter Brune nicht mehr retten. Zu groß war der Druck der Landesfürsten geworden, für die Brune mehrheitlich eine absolute Fehlbesetzung war. Innerhalb des Präsidiums, zu dem außer Altenburg die Vizepräsidenten Carl-Uwe Steeb (Sport), Stefan Felsing (Recht), Ralf Böcker (Finanzen), Eva-Maria Schneider (Jugend) und Bernd Greiner (Ausbildung) gehören, wurde das Thema in absoluter Vertraulichkeit behandelt, dennoch war es bereits am Donnerstag öffentlich geworden.

Keine Verhandlungen mit Schüttler

"Es ist schon erstaunlich", sagte Dirk Hordorff, "dass ich als Präsident des hessischen Landesverbandes die Personalie Brune aus der "Bild"-Zeitung erfahren habe". (Schüttler-Coach attackiert DTB)

Brune weg, Quante weg und noch kein neuer Davis-Cup-Teamchef in Sicht - die Situation des DTB im Herbst 2012 ist alles andere als erbaulich.

In der Diskussion um die Nachfolge des vor knapp drei Wochen nicht gerade im besten Einvernehmen zurückgetretenen Patrik Kühnen hat möglicherweise Carsten Arriens die besten Karten. (BERICHT: Stich teilt aus: DTB konzeptlos)

Mit ihm sei bereits mehrfach gesprochen worden, ließ Arriens, Teamchef des Bundesligisten Kurhaus Aachen und im kommenden Jahr Teilzeit-Begleiter von Matthias Bachinger (München) auf der ATP Tour, zuletzt mehrfach wissen.

Rainer Schüttler dagegen antwortete auf die Frage, wie weit denn seine Verhandlungen mit dem DTB seien, mit den Worten: "Es gab keine. Überrascht mich schon." (Schüttler: "Ich sehe eine Perspektive")

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