Am Sonntag wird sich die Planai noch einmal in einen Hexenkessel verwandeln. Österreich schickt ein hochkarätiges Quartett in den die WM abschließenden Herren-Slalom (10.00/13.30 Uhr). Marcel Hirscher, Benjamin Raich, Mario Matt und Manfred Pranger haben allesamt schon mindestens einmal das legendäre "Nightrace" auf dem Schladminger WM-Hang gewonnen.

Mit seinen vier Triumphen 1999, 2001, 2004 und 2007 ist Raich überhaupt der Rekordgewinner beim Flutlichtspektakel. "Keine Frage, Schladming ist ein sehr spezieller Ort für mich", meinte Raich.

Matt gewann in Schladming zweimal (2000, 2008), Pranger (2005) und Hirscher (2012) siegten jeweils einmal. Zuschauen muss mit Reinfried Herbst ein höchst prominentes Slalom-Ass, das zweimal auf der Planai gewann (2009, 2010).

"An den Nerven werden wir trotz der beeindruckenden Kulisse also nicht scheitern. Dieses Quartett hat schon große Erfolge gefeiert und schon viele Nervenproben bestanden", sagte ÖSV-Slalom-Trainer Michael Pircher angesichts der geballten Klasse in seiner Truppe.

Pircher ist ein Schladminger und kennt den WM-Hang deshalb wie seine Westentasche. "Gemeinsam mit Madonna ist Schladming der einzige Weltcup-Slalom-Hang, der mitten in der Stadt mündet. Man fährt mitten ins Stadtzentrum hinein, das ist ein super Gefühl für die Fahrer."

Punkto Schneebeschaffenheit seien WM-Slalom-Hänge immer ganz besondere Angelegenheiten. "Auf dem Hang rutschen zwei Wochen lang Hunderte Menschen herum. Das sind Bedingungen, die du im Training nur sehr schwer simulieren kannst", meinte Pircher, der "aggressiven Schnee" erwartete. "Der Abrieb liegt wie feiner Staub über dem Eis, und das macht die Sache aggressiv."

Für Pircher der wohl entscheidendste Faktor wird aber die Kurssetzung sein. Gesetzt wird der Slalom vom österreichischen Schweden-Coach Marko Pfeifer sowie vom Franzosen David Chastan.

Hirscher und Raich waren am Freitag im Riesentorlauf der WM im Einsatz, am Samstag folgt für das Duo noch eine Slalom-Einheit. Pranger und Matt trainierten im Vorfeld der WM an verschiedenen Orten, u.a in St. Anton, Steinach am Brenner, Hinterreit, Haus, Annaberg sowie auf der Reiteralm.

Hirscher ist aufgrund seiner sensationellen Saisonleistungen (9 Slaloms, 9 Podestplätze, u.a. 5 Siege) der logische Favorit. "Klar wäre es bitter, wenn ich ausgerechnet bei der WM nicht auf dem Stockerl stehen würde. Aber auch wenn es bei der WM nicht klappen sollte, war es eine sensationelle Saison", stellte der 23-Jährige klar.

Hirscher ist der einzige aus dem ÖSV-Quartett, der noch nicht Slalom-Weltmeister war. Für Matt wäre es nach 2001 und 2007 sogar schon das dritte Gold im Stangenwald.

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