Wie schon vor zwei Jahren in Garmisch-Partienkirchen hat der Sportartikelhersteller Head auch bei der Alpinen Ski-WM 2013 in Schladming die erfolgreichste Skimarke gestellt. Alleine fünf Goldmedaillen machten den in Kennelbach situierten Skibauer schon nach acht der zehn Einzelbewerbe uneinholbar. Und das, obwohl mit Lindsey Vonn und Kjetil Jansrud "Medaillenbringer" verletzt ausgefallen waren.

"Angesichts der Umstände ist das unglaublich für uns", freute sich Rennchef Rainer Salzgeber. Bode Miller muss man bei Head ohnehin für die ganze Saison vorgeben, dennoch hatte Head vor dem abschließenden Slalom alle Herrenrennen gewonnen. Die WM-Bilanz der "Vorarlberger" fiel deshalb umso bemerkenswerter aus. Ted Ligety (Super-G, Super-Kombi, Riesentorlauf), Aksel Lund Svindal (Abfahrt) und Maria Höfl-Riesch (Super-Kombi) hatten die bis Freitag fünf Goldenen eingefahren. Dazu kamen eine Silberne und vier Bronzene. Für einige Medaillen mehr wäre mit Sicherheit auch Vonn gut gewesen.

"Wir hatten spätestens nach dem Aus für Lindsey völlig neue Zielsetzungen. Jede Medaille hat nun ihre eigene Geschichte", blickte Salzgeber schon vor den beiden Slaloms zufrieden zurück. Der Ex-Rennläufer ist seit 2005 Rennsportleiter und hat seit einiger Zeit mit Christian Greber einen früheren Kollegen als Assistenten. Chef der vierköpfigen Testtruppe ist Stefan Kappaurer, im Hintergrund werkt ein Entwicklungsteam. Konzernchef Johan Eliasch bringt sich als leidenschaftlicher und guter Skifahrer oft selbst in die Entwicklung ein.

Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, als Head die über den Sommer entwickelte "Wunderwaffe" gar nicht einsetzen darf. Marcel Mathis hatte damit im Training klare Bestzeiten aufgestellt. Der Ski, der durch ein schmäler werdendes Ende die Lauffläche verkürzt und den man auf Basis der - auch von Salzgeber und Aushängeschild Ligety kritisierten - neuen Bestimmungen für die Saison 2012/13 entwickelt hatte, wurde durch einen Regelzusatz kurz vor Saisonstart verboten.

Head hat, wie von Eliasch im Oktober angekündigt, dagegen geklagt, ist in der Schweiz aber abgewiesen worden. Eine weitere Klage läuft laut Salzgeber in Wien. "Wir hoffen nach wie vor auf Zulassung", begründete der Vorarlberger dies. "In der Formel 1 gelten die Regeln über die ganze Saison, bei uns werden sie drei Wochen vorher einfach geändert", alteriert sich der RTL-Vizeweltmeister von 1993 noch heute.

Warum Ligety speziell im Riesentorlauf eine Klasse für sich ist, wollte auch Salzgeber nicht wirklich verraten. "Aber auch der beste Fahrer kann natürlich ohne optimales Material nicht seine Leistung bringen. Aber wenn selbst ein Svindal im Riesentorlauf gut ist für Medaillen, funktioniert das Material", stellte Salzgeber zufrieden fest.

Ligety habe bei der Entwicklung enorm mitgeholfen, betonte Salzgeber. "Dazu gehören aber auch die Schuhe." Die Verwunderung über die Extraklasse Ligetys im Riesentorlauf lässt den Österreicher schmunzeln. "Er ist schon beim Finale im März 2012 mit den neuen Ski Bestzeit gefahren. Ted ist ein ganz klassischer Skifahrer, der eben die Technik perfekt beherrscht. Er zeigt vor, wohin die Entwicklung geht. Die anderen müssen das ganz genau beobachten." .

Insgesamt kann Salzgeber der speziell im Riesentorlauf einschneidenden Materialreform noch immer nicht viel abgewinnen. "Es gibt nach wie vor Verletzungen. Dazu kommen jetzt auch noch enorme Rückstände. Das war nicht, was wir wollten."

Weiterlesen