Nach den überwiegend schwachen Leistungen der Beckenschwimmer bei der WM in Barcelona fürchtet Leistungssportdirektor Lutz Buschkow finanzielle Einschnitte für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV).

"Es wird sicher im Bereich Becken einschneidende Veränderungen geben, was die Projektmittel angeht", sagte Buschkow am WM-Schlusstag: "Es ist eine bestimmte Leistungsbilanz auf den Tisch zu legen, und die haben wir nicht erfüllt."

Die Zielvereinbarungen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sahen drei bis vier Medaillen für Britta Steffen und Co. vor. Vize-Europameister Marco Koch holte über 200 m Brust das einzige Edelmetall vor den letzten Finals am Sonntagabend.

Die Vorgabe von zehn Finalteilnahmen erfüllten die deutschen Schwimmer im Palau Sant Jordi jedoch. "Ich rechne damit, dass es zu Einschränkungen kommen wird", sagte Buschkow.

In diesem Jahr bekommt der DSV vom Bundesinnenministerium 626.000 Euro als Projektförderung. Die jährliche Grundförderung in Höhe von 3,1 Millionen Euro bleibt unangetastet, sie ist bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro festgelegt.

Die Freiwasserschwimmer holten mit je zweimal Gold, Silber und Bronze deutlich mehr Medaillen als die ein bis zwei vorgegebenen. Die Wasserspringer erfüllten mit Gold und Bronze die gleiche Vorgabe. Bronze für Klippenspringerin Anna Bader zählt für den DOSB nicht, da es für die Extremsportart keine Förderung gibt.

Nach der positiven ersten WM-Woche und der enttäuschenden zweiten sprach Buschkow von "gemischten Gefühlen".

"Es ist wie bei Bekanntschaften, der erste und der letzte Eindruck bleiben", sagte er und stellte mit Blick auf die Beckenschwimmer fest: "Zu den Olympischen Spielen hat sich prinzipiell nichts verändert, wir haben die gleichen Problemfelder."

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