Britta Steffen und Paul Biedermann haben ihre Kritik am Deutschen Schwimm-Verband (DSV) bekräftigt, aber wenig Hoffnung auf Besserung geäußert.

"Das sind Dinge, die ich über Jahre erfahren habe. Schön wäre es halt, wenn man aus dem chronischen Prozess einen akuten macht, um den DSV und die Leistung der Schwimmer zu kurieren", sagte Weltrekordlerin Steffen am Rande der Kurzbahn-DM in Wuppertal: "Wenn wir nicht jetzt anfangen, Farbe zu bekennen, dann wird das nichts mehr mit dem DSV. Ich denke, dass ganz viel im Argen liegt."

Die Doppel-Olympiasiegerin von Peking, die bei den Spielen in London leer ausgegangen war, hatte mangelnden Rückhalt und Untätigkeit durch den DSV beklagt und Verbandspräsidentin Christa Thiel fehlende Begeisterung für den Schwimmsport vorgeworfen.

Thiel wies die Kritik zurück: "Ich führe den Verband seit zwölf Jahren. Wenn ich keine halbwegs vernünftige Kompetenz hätte, hätte ich das nicht gekonnt."

Alle Trainingslager seien bezahlt worden, sie könne sich vorstellen, dass bei Steffen und Biedermann der Frust nach den Misserfolgen bei Olympischen Spielen in London "tief sitzt".

"Ich habe gehört, dass sich alle angegriffen fühlen", sagte die 29-jährige Steffen, "ich wollte nur aufrütteln. Ich bin im Herbst, im Winter meiner Karriere und habe gedacht, vielleicht hilft es, wenn ich Stellung beziehe. Aber große Hoffnung habe ich nicht. Ich höre aus meinem Umfeld eigentlich nur Resignation."

Biedermann berichtete von positiven Reaktionen aus dem Athletenkreis. "Es gab viele nette Worte, die uns bekräftigt und Mut gegeben haben", sagte der Olympia-Fünfte.

Weiterlesen