Christa Thiel steht vor der Wiederwahl zur Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV).

Die Rechtsanwältin aus Wiesbaden, die seit 2000 die Geschicke des DSV führt, hat bei den Präsidiumswahlen am Samstag beim 71. Verbandstag in Hamburg keinen Gegenkandidaten. Die Opposition hatte trotz des erneut enttäuschenden Olympia-Abschneidens in London von einer Kampfabstimmung abgesehen.

"Ich gehe davon aus, dass der Verbandstag normal verläuft. Natürlich gibt es Gesprächsbedarf, es ist auch völlig normal, dass diskutiert wird. Aber ich bin sicher, dass wir zu guten Ergebnissen kommen", sagte Thiel.

In ihrer vierten Amtzeit wolle sie sich vor allem ein erfolgreicheres Abschneiden der DSV-Athleten bei Olympia 2016 auf die Fahnen schreiben: "Der Verband ist wirtschaftlich gut aufgestellt, vieles funktioniert. Jetzt muss aber das Ergebnis in Rio de Janeiro besser werden."

Dafür hat die Vizepräsidentin Leistungssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine "Strukturkommission" ins Leben gerufen, die bis Ende November Empfehlungen über verbesserte Strukturen und Rahmenbedingungen aussprechen will. Allerdings pochen viele Mitglieder darauf, bereits am Samstag zu erfahren, zu welchen Ergebnissen das Gremium in den ersten beiden Sitzungen gekommen ist. Schließlich geht es auch um die mögliche Schließung einiger Leistungsstützpunkte.

"Wir wollen schon erfahren, in welche Richtung es geht", sagte Manfred Peppekus, Präsident des mächtigen Schwimmverbandes Nordrhein-Westfalen. Der mitgliederstärkste und einflussreichste Verband im DSV stärkt Thiel den Rücken. "Wir haben in der Vergangenheit viel Kritik am Verband geübt, jetzt wollen wir mit in die Verantwortung", sagte Peppekus mit Blick auf den Vizepräsidenten-Kandidaten Vico Kohlat.

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