Rücktritt vom Rücktritt: Deutschlands Schwimmstar Britta Steffen kann doch weiter auf die Unterstützung seines Trainers Norbert Warnatzsch bauen.

Der 65 Jahre alte Erfolgscoach entschied sich nach reiflicher Überlegung, seine Arbeit mindestens bis zur Heim-EM 2014 in Berlin fortzusetzen. Nach den olympischen Schwimmwettbewerben im Sommer hatte Warnatzsch dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in einer E-Mail noch mitgeteilt, künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

"Es gab in den vergangenen Wochen einige Gespräche mit meinen Sportlern, meiner Familie und dem DSV", sagte Warnatzsch dem Sport-Informations-Dienst (SID). Letztendlich sei das enttäuschende Abschneiden seiner Athleten bei den Olympischen Spielen in London der Hauptgrund für den Sinneswandel gewesen.

"Ich will mit meinen Sportlern nochmal erfolgreicher sein, als wir es bei den Olympischen Spielen waren. Wir wollen wieder im Medaillenbereich mitschwimmen"

Steffen, Doppel-Olympiasiegerin von Peking 2008, hatte Anfang des Monats bekannt gegeben, dass sie ihre Karriere um mindestens zwei Jahre fortsetzen werde und die EM in ihrer Heimatstadt Berlin als großes Ziel anvisiere. Warnatzsch wollte sie daher noch von dessen Rücktritt abhalten.

"Wir haben uns nach ihrer Entscheidung und vielen Gesprächen durchgerungen, gemeinsam weiterzumachen", sagte Warnatzsch nun am Sonntag.

Der DSV sowie der Olympiastützpunkt in Berlin, an dem Warnatzsch seit 2004 Leitender Schwimmtrainer ist, seien informiert.

"Konkrete Festlegungen zur Arbeit werde ich in den nächsten Wochen mit dem DSV klären", sagte er. Der DSV war am Sonntagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Ob nur bis Berlin 2014 oder doch vielleicht bis zu den Sommerspielen in Rio 2016 ließ Warnatzsch noch offen: "Meine Pläne sind jetzt erstmal auf zwei Jahre ausgelegt. Dann werden wir sehen, wie die Gegebenheiten sind und ob es sich lohnt, auch noch bis Olympia weiterzumachen." Die 28-jährige Steffen liebäugelte zuletzt ebenfalls mit einem Start in Brasilien.

Warnatzsch, der seit über 35 Jahren als Trainer im Leistungssport tätig ist, hatte Steffen unter anderem zum Doppel-Triumph über 50 und 100 m Freistil bei den Spielen in Peking sowie zum doppelten WM-Titel 2009 geführt.

In London war er in die Kritik geraten, weil er Steffen im Vorlauf der 4x100-m-Freistilstaffel vorgegeben hatte, nur 90 bis 95 Prozent zu schwimmen. Das mit Medaillenambitionen angetretene Quartett verpasste das Finale.

Neben Weltrekordlerin Steffen betreut Warnatzsch auch die Olympia-Teilnehmer Benjamin Starke und Tim Wallburger.

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