Die Freude über das Olympia-Ticket wich schnell wieder der Trauer.

Seinen Sieg über 200 m Brust als Viertschnellster der Welt in diesem Jahr widmete der deutsche Meister Marco Koch dem plötzlich verstorbenen norwegischen Schwimm-Weltmeister Alexander Dale Oen "als Abschiedsgeschenk".

Sein Trainingskollege, der im Höhentrainingslager in den USA nach einem Herzstillstand gestorben war, wurde wenige Stunden vor Kochs Endlauf beerdigt.

"Ich habe viel mit ihm zusammen trainiert und mich gut mit ihm verstanden. Er war einer der ehrlichsten und aufrichtigsten Menschen, die ich kannte", sagte Koch, der in 2:09,48 Minuten den WM-Dritten Christian vom Lehn (2:10,07) distanziert hatte.

Der Tod des ersten norwegischen Schwimm-Weltmeisters habe ihn "sehr getroffen und deutlich mehr belastet, als ich gedacht habe. Das ging mir sehr, sehr nahe. Ich war im Wasser nicht immer richtig bei der Sache."

Dale Oen war am 30. April in Flagstaff im US-Bundesstaat Arizona von seinen Teamkollegen tot unter der Dusche gefunden worden. Die genaue Todesursache ist noch nicht geklärt. Es wurde spekuliert, dass der 26-Jährige trotz eines Infekts trainiert habe.

Sein eigenes überzeugendes Comeback stimmte den 22-jährigen Darmstädter Koch dagegen optimistisch, obwohl er am Sonntag über 100 m in 1:00,92 Minuten sein zweites Einzel-Ticket verpasste.

"Vom Kopf her war es sehr wichtig, denn im letzten Jahr war alles scheiße", sagte der Schützling des ehemaligen Bundestrainers Dirk Lange, der die WM in Shanghai verpasst hatte, und fügte an:

"Ich bin stärker denn je." Als aktuell Vierter in der Welt bieten sich für Olympia durchaus Perspektiven.

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