Weltrekordler Paul Biedermann träumt zweieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) von einem weiteren Leistungsschub.

"Das Rennen meines Lebens, hoffe ich, kommt noch", sagte der dreifache WM-Dritte des Vorjahres im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Der 25-Jährige, der seit seinem doppelten WM-Triumph in Rom 2009 die Bestzeiten über 200 (1:42,00) und 400 m Freistil (3:40,07) hält, hatte das Rennen über die kürzere Distanz damals noch im Wunderanzug als nahezu perfekt bezeichnet. "Vielleicht war das ein bisschen voreilig", sagt Biedermann heute.

Vor allem für das 200-m-Finale in London müsse er sich noch einmal steigern. "Ich glaube, dass dieses 200-Freistil-Finale das bestbesetzte wird, das es bis dahin gegeben hat. Schneller wird es eine ganze Zeit lang nicht mehr", sagte Biedermann.

Dass man sich, wie bei der WM in Rom vor drei Jahren, nur auf einzelne Athleten wie damals auf ihn und US-Superstar Michael Phelps konzentriere, hält Biedermann für fahrlässig.

"Alle acht, die sich da fürs Finale qualifizieren, haben eine reelle Chance, Olympiasieger zu werden."

Ohnehin hält der Lebensgefährte von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen Vergleiche zwischen ihm und dem Rekord-Olympiasieger Phelps für unangebracht.

"Wie viele Olympiamedaillen hat er, 16? Ich habe null. Da sind Welten dazwischen. Da sehe ich mich auch nicht im Vergleich. Ich habe auch nicht seine Handynummer. Das wird, denke ich, auf ewig Konkurrenz bleiben", sagte Biedermann.

Zugleich gab er aber zu, dass sich das Verhalten ihm gegenüber seit 2009 durchaus verändert habe.

"2009 war ich einfach der Typ mit 'nem Anzug, der ihn hat stehen lassen und ihm seine Weltrekorde weggenommen hat. Jetzt habe ich gezeigt, dass ich auch Weltspitze sein kann ohne Anzug."

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