Christian Diener steht im Finale
Diener wurde 2012 als DSV-Nachwuchssportler des Jahres 2010 ausgezeichnet © getty

Bei der Kurzbahn-EM rehabilitiert sich das zuletzt kritisierte Schwimm-Team. Der Weg an die Spitze ist aber noch weit.

Herning/München - Die deutschen Schwimmer haben wieder etwas Oberwasser. Nach den desolaten Auftritten bei Olympia und der WM hat das DSV-Team ein erneutes Debakel bei der Kurzbahn-EM im dänischen Herning verhindert.

Bereits vor den letzten Entscheidungen am Sonntag hatten die deutschen Athleten auch ohne ihre Vorschwimmer Britta Steffen und Paul Biedermann mit acht Medaillen ihr Soll erfüllt und Bundestrainer Henning Lambertz zufrieden gestimmt.

"Ich kann nicht meckern und will auch gar nicht das Haar in der Suppe suchen. Es gab nicht nur die Medaillen, sondern in fast jedem Finale auch eine Teilnahme von uns", sagte der Wuppertaler: "Es ist zwar nur ein kleiner Schritt nach vorne, aber ein wichtiger."

"Berlin nur ein Zwischenschritt"

Im kommenden Jahr wollen die deutschen Schwimmer bei der Heim-EM auf der Langbahn in Berlin noch näher an die europäische Konkurrenz heranrücken und Schwung für Olympia holen.

"Berlin ist nur ein Zwischenschritt für 2016", sagte Lambertz, der zu seinem 43. Geburtstag am Donnerstag von den Sportlern ein Ständchen und einen selbstgebackenen Weckmann bekommen hatte: "Die Stimmung im Team war so, wie ich sie mir immer gewünscht habe. Die Großen haben die Kleinen mitgenommen."

In Abwesenheit der zurückgetretenen Doppel-Olympiasiegerin Steffen und des im Trainingsaufbau befindlichen Weltrekordlers Biedermann schwammen in Herning andere Athleten ins Rampenlicht.

Heintz erfüllt sich Traum

Philip Heintz gewann über 200 m Lagen völlig überraschend EM-Gold, Christian Diener glänzte mit vier Medaillen an den ersten drei Wettkampftagen.

Für Heintz (22) erfüllte sich ein großer Traum: "Ich habe schon als kleines Kind davon geträumt, einmal die Nationalhymne bei der Siegerehrung zu hören."

Rückenschwimmer Diener (20), der zweimal Silber (50 m und Mixed-Lagenstaffel) und zweimal Bronze (200 m und 4x50-m-Lagenstaffel) gewann, bekam von Lambertz ein Extra-Lob: "Er ist cool und trotzdem extrem fokussiert und hat eine sehr gute Technik."

Oswald sorgt für Schmunzler

Licht und Schatten machte der Bundestrainer bei den fünf Nachwuchssportlern des Perspektivteams aus, denen er für die EM auf der 25-m-Bahn Wildcards ausgestellt hatte.

Freistilschwimmer Damian Wierling zum Beispiel habe "alles richtig gemacht", während Schmetterling-Schwimmerin Lisa Höpink deutlich über ihrer Saisonbestzeit geblieben war. "Dass das hier in die Hose gegangen ist, war vielleicht der Lerneffekt, den sie für die EM 2014 braucht", sagte Lambertz über die 15-Jährige.

Auch Maximilian Oswald hat wichtige Erfahrungen gesammelt. Der 19-Jährige war im Vorlauf über 200 m Freistil einen Lauf zu früh an den Start gegangen und schaute ganz verdutzt, als bereits jemand anderes an seinem Startblock stand.

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