Philip Heintz wurde 2011 erstmals Deutscher Meister © getty

Der 22-Jährige holt sensationell Gold und beschert dem deutschen Team einen Start nach Maß. Auch seine Teamkollegen überzeugen.

Herning/München - Ein Überraschungssieger, ein deutscher Rekord und insgesamt vier Medaillen.

Die deutschen Schwimmer sind famos in die Kurzbahn-EM im dänischen Herning gestartet und haben Bundestrainer Henning Lambertz an dessen 43. Geburtstag passende Geschenke gemacht.

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Sensationsgold für Heintz

Für den Paukenschlag sorgte Philip Heintz mit seinem unerwarteten Triumph über 200 m Lagen.

"Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich hatte unglaublich viel Spaß im Wasser", sagte der 22-Jährige aus Mannheim, der in 1:53,98 Minuten vor dem Schweden Simon Sjödin und dem Portugiesen Diogo Filipe Carvalho anschlug und den bislang größten Erfolg seiner Karriere feierte.

Seine verstärkte Motivation erklärte der frisch gekürte Europameister so: "Die WM war kacke, Olympia war kacke, ich wollte zeigen, was ich kann."

Hentke und Diener stark

Das traf auch auf andere in der DSV-Mannschaft zu. Fransiska Hentke glänzte mit Silber über 200 m Schmetterling in deutscher Rekordzeit (2:03,47 Minuten).

Bronze gewann die 4x50-m-Lagenstaffel der Männer.

Für Rückenschwimmer Christian Diener war es bereits das zweite Edelmetall an diesem Tag, denn der 20-Jährige hatte sich zuvor über 200 m bereits Einzel-Bronze gesichert.

"Brutales Rennen"

Der Potsdamer jubelte hinterher über den "bislang größten Erfolg" seiner Karriere.

Platz drei hinter den favorisierten Radoslaw Kawecki (Polen) und Peter Bernek (Ungarn) in persönlicher Bestzeit (1:51,40) war allerdings ein hartes Stück Arbeit.

"Das Rennen war brutal, es war die ganze Zeit nur Beißen angesagt", meinte der frühere Junioren-Weltmeister. Die Magdeburgerin Hentke fand ihr Silberrennen einfach nur "megageil".

Deibler im Finale

Der WM-Vierte Steffen Deibler, der wegen einer Erkrankung anderthalb Wochen kein Wassertraining absolvieren konnte und deshalb am ersten Tag auf einen Start über 50 m Freistil verzichtet hatte, überzeugte neben dem Staffelrennen auch auf seiner Paradestrecke 100 m Schmetterling.

Der Olympia-Vierte zog als Schnellster (49,89) mit Goldambitionen ins Finale am Freitag ein.

Wallberger enttäuscht

Die WM-Achte Dorothea Brandt belegte im hochkarätig besetzten Finale über 50 m Brust den siebten Platz.

Enttäuscht war Tim Wallburger. Der 24-Jährige aus Berlin hatte sich in Abwesenheit von Langbahn-Weltrekordler Paul Biedermann, der aus Trainingsgründen auf einen Start in Herning verzichtet, über 400 m Freistil eine kleine Medaillenchance ausgerechnet.

Am Ende musste er sich aber mit dem siebten Platz begnügen.

Koch und Mensing souverän

Der WM-Zweite Marco Koch hatte über 100 m Brust als Dritter (57, 62) keine Probleme mit der Halbfinal-Hürde. Auch Jenny Mensing qualifizierte sich über 100 m Rücken als Siebte für den Endlauf.

Kein konkretes Medaillenspiel

Bundestrainer Lambertz hat für die kontinentalen Titelkämpfe in der 50.000-Einwohner-Stadt kein konkretes Medaillenziel ausgerufen.

"Wenn die Hälfte Saisonbestzeit schwimmt und die Etablierten die ein oder andere Medaille holen, dann wäre das ein Erfolg", hatte der Wuppertaler im Vorfeld gesagt.

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