Nach zuvor sechs Remis in sechs Spielen hat Herausforderer Boris Gelfand bei der Schach-WM in Moskau nach einer taktischen Meisterleistung den ersten Sieg gefeiert.

Der Israeli entschied die siebte Partie gegen Titelverteidiger Viswanathan Anand (Indien) nach 3:56 Stunden und 38 Zügen für sich und ging mit 4:3 in Führung.

Mit den weißen Steinen griff Gelfand wie gewohnt zum Doppelschritt des d-Bauern. Anand wählte wie in den Partien zuvor die Slawische Verteidigung.

Nachdem Gelfand bislang seinen Anzugsvorteil nicht nutzen konnte, setzte er seinen Gegner dieses Mal von Beginn an unter Druck. Schon nach acht Zügen entstand eine unbekannte Stellung, die beide Meister am Brett forderte.

Bis zum 20. Zug befand sich die Position im Gleichgewicht, doch dann unterlief Anand ein strategischer Fehler.

Er ließ die weißen Schwerfiguren über die offene c-Linie in seine Stellung eindringen. Der Israeli nutzte seine Chance und wickelte in ein gewonnenes Endspiel ab.

Seine Figuren dominierten nun das Spielfeld, und nach dem Damentausch hatte "Vishy" keine Chance auf Gegenspiel.

Im 35. Zug eroberte Gelfand den schwarzen Läufer, wehrte die letzte schwarze Drohung ab und zwang seinen Gegner zur Aufgabe.

Der Wettkampf in der Moskauer Tretjakow-Galerie dauert bis zum 30. Mai und ist auf zwölf Partien angesetzt.

Bei Gleichstand entscheidet ein Tiebreak aus Partien mit verkürzter Bedenkzeit. Der Kampf um die WM-Krone ist mit 2,55 Millionen US-Dollar dotiert, von denen der Sieger 1,53 Millionen erhält.

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