Marcel Hacker wurde 2002 Weltmeister © getty

Die deutsche Ruder-Flotte startet erfolgreich in die WM. Marcel Hacker unterstreicht seine Ambitionen eindrucksvoll.

Chungju/Köln - Marcel Hacker hat zum Auftakt der Ruder-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Chungju seine Medaillenambitionen eindrucksvoll unterstrichen.

Der Vize-Europameister aus Magdeburg gewann seinen Vorlauf in 7:04,93 Minuten vor dem Slowenen Luka Spik (7:11,34) und zog souverän ins Viertelfinale ein.

"Ich bin zufrieden. Das erste Rennen ist immer schwer. Man muss erst einmal mit den Bedingungen klarkommen", sagte der 36-Jährige angesichts der schwül warmen Witterung mit Temperaturen von 30 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit.

Zudem hatte Hacker bis einen Tag vor seinem Auftaktrennen auf dem Tangeum-See mit dem Jetlag zu kämpfen. "Jetzt habe ich aber ein gutes Rudergefühl", sagte Hacker, der seine erste WM-Medaille im Einer seit sieben Jahren anpeilt.

Doppelvierer auf Kurs

Die Doppelvierer der Männer und Frauen bescherten dem Deutschen Ruderverband (DRV) am ersten WM-Tag zwei weitere Vorlaufsiege in den olympischen Klassen.

Der Männer-Doppelvierer gewann als Olympiasieger sein Rennen in 5:49,99 Minuten vor der Ukraine (5:52, 20) und steht im Halbfinale.

Der Frauen-Doppelvierer erreichte als großer Gold-Favorit nach seinem Erfolg in 6:26,74 Minuten vor den Niederlanden (6:29,71) bereits den Endlauf.

"Es war körperlich sehr anstrengend. Es gibt noch Luft nach oben. Wir wollen Gold, aber man bekommt nichts geschenkt", sagte die Berliner Schlagfrau Britta Oppelt.

Das Ziel: Vier Medaillen

Mit den ersten Rennen in Chungju zeigten sich auch die DRV-Verantwortlichen zufrieden. "Die Ergebnisse sind erwartungsgemäß", sagte Cheftrainer Marcus Schwarzrock, der vier Medaillen erwartet.

Auch Präsident Siegfried Kaidel gefielen die Auftritte: "Das war ein zufriedenstellender Tag. So kann es weitergehen. Es wird aber von Tag zu Tag schwerer."

Das Halbfinale erreichten Kerstin Hartmann/Marlene Sinnig (Ulm/Krefeld) im Zweier ohne Steuerfrau und Lena Müller/Anja Noske (Ulm/Saarbrücken) im leichten Doppelzweier.

Andre Stieber/Philipp Naruhn (Pirna/Halle/Saale) im Zweier ohne Steuermann, Konstantin Steinhübel/Lars Hartig (Würzbrug/Friedrichstadt) im leichten Doppelzweier und der Vierer ohne Steuermann müssen derweil den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen.

Achter will ein Zeichen setzen

Der Deutschland-Achter greift am Montag ins WM-Geschehen ein. Das Flaggschiff trifft im Vorlauf auf die Niederlande, Australien, Polen und Russland.

Die ersten beiden Boote erreichen den Endlauf. "Wir wollen den Vorlauf gewinnen, um Richtung USA ein Zeichen zu setzen", sagte Achter-Olympiasieger Richard Schmidt (Trier).

Die imposante Siegesserie des deutschen Paradeboots war zuletzt durch die Niederlage gegen die Amerikaner beim Weltcup-Finale in Luzern gerissen. Es war die erste Niederlage des Deutschland-Achters bei einer internationalen Regatta seit fünf Jahren.

In Chungju peilt der Achter sein viertes WM-Gold nacheinander an.

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