Der Deutschland-Achter hat 2014 erstmals nicht gewonnen
Der DRV-Achter fuhr seit 1988 zwei Olympia-Medaillen, aber keine goldene ein © imago

Bei der Olympia-Generalprobe in Luzern wehrt das DRV-Flaggschiff alle Angriffe ab. Auch Knittel/Krüger siegen. Hacker mosert.

Luzern - 34. Rennen, 34. Sieg - der bärenstarke Deutschland-Achter ist nicht zu stoppen. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hat seine bemerkenswerte Siegesserie auch beim Weltcup in Luzern fortgesetzt und zwei Monate vor den Olympischen Spielen in London seine Gold-Ambitionen eindrucksvoll untermauert.

Das seit Peking 2008 ungeschlagene Weltmeisterboot siegte auf dem Rotsee in 5:27,47 Minuten mit einer halben Länge Vorsprung auf Vize-Weltmeister Großbritannien (5:28,64). Olympiasieger Kanada (5:29,62) belegte Platz drei.

"Die Stabilität ist beeindruckend. Das habe ich so noch nicht erlebt. Für uns war es die Generalprobe für London. München werden wir aus dem Training heraus fahren", sagte Achter-Trainer Ralf Holtmeyer.

"Hinten raus noch viel PS "

Für Schlagmann Kristof Wilke (Radolfzell) wurde das Rennen "mit dem Willen gewonnen. Wir sind erleichtert, die Vorlaufzeit der Kanadier (Weltbestzeit, d.Red.) hatte uns schon beeindruckt. An der Spitze sind uns Flügel gewachsen, hinten raus hatten wir noch viel PS."

Nach der glänzenden Vorstellung des Paradebootes war auch DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher zufrieden: "Sie haben die Nerven behalten und ihr Ding durchgezogen." In gewohnter Art und Weise setzte sich das deutsche Großboot sofort an die Spitze des Feldes, kontrollierte im Sonnenschein von Luzern das Rennen und wehrte die Angriffe der Konkurrenz sicher ab.

Buschbacher mahnt Verbesserung an

In Luzern glänzte aber nicht nur der Deutschland-Achter. Für den zweiten Sieg der deutschen Flotte sorgten die ehemaligen Weltmeister Eric Knittel/Stephan Krüger (Berlin/Rostock) im Doppelzweier.

Zudem belegten der Männer- und der Frauen-Doppelvierer jeweils Platz zwei, Dritte wurden Britta Oppelt/Annekatrin Thiele (Berlin/Leipzig) im Frauen-Doppelzweier.

"Die Leistungen geben uns Sicherheit für die weitere Vorbereitung auf London. Wir liegen im Plan. Wir wissen aber auch, dass wir uns noch weiter verbessern müssen", so Buschbacher.

Hacker gegen eine interne Ausscheidung

Ex-Weltmeister Marcel Hacker (Frankfurt/Main) musste sich im Einer-Finale derweil mit Platz fünf begnügen.

Im Kampf um das Olympia-Ticket hat er gegenüber seinen Konkurrenten Mathias Rocher (Magdeburg) und Karsten Brodowski (Berlin) hat der WM-Vierte aber Boden gut gemacht. Rocher schied im Halbfinale aus, Brodowski scheiterte im Viertelfinale. (NEWS: Hacker bangt um Olympia)

Laut Buschbacher ist noch keine Entscheidung gefallen, wer in London im Einer sitzen wird. Der Cheftrainer denkt sogar über ein internes Ausscheidungsrennen nach. Eine Vorstellung, die bei Hacker auf wenig Gegenliebe stößt.

Mit seinem Rennen war der Frankfurter nicht zufrieden. "Ich habe zu schnell den Kontakt verloren. Auf den letzten 500 m lief es zwar besser, aber da waren die anderen schon weg", sagte Hacker.

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