Die nordhessische Stadt Bad Sooden-Allendorf wird zu Beginn des kommenden Jahres die Pferdesteuer einführen und damit erstmals in Deutschland eine Sportart besteuern.

"Dies ist ein ungeheuerlicher Vorgang, dem wir mit allen erdenklichen Mitteln entgegentreten werden", kritisierte Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN, den Plan.

Durch die finanzielle Mehrbelastung der Vereine und Pferdebetriebe könnte die Sportförderung der Kinder und Jugendlichen gefährdet werden. Wie hoch die Steuer ausfallen wird, muss in einem nächsten Schritt noch entschieden werden.

"Gerade für die soziale und psychische Entwicklung junger Menschen hat der Umgang mit dem Pferd einen unschätzbaren Wert. Wir müssen alles daran setzen, dass das nicht von der Politik eingeschränkt wird", sagte Rantzau weiter.

Hintergrund der vorgesehenen Steuer ist eine schwierige Finanzlage, weshalb die Stadt nach Einsparmöglichkeiten und neuen Einnahmequellen suchen muss, um finanzielle Hilfe vom Land Hessen zu erhalten.

Über 60 Städte und Gemeinden in Hessen und weiteren Bundesländern hatten die Pferdesteuer erwogen, sie jedoch aufgrund des viel zu hohen Verwaltungsaufwandes und des großen Widerstandes aus Kreisen der Pferdefreunde, der Reitvereine und -Betriebe sowie der FN und des Pferdesportverbandes Hessen verworfen.

Weiterlesen