Sjef Janssen, Trainer der niederländischen Dressur-Equipe, hat kein Verständnis für die Kritik an Matthias Rath wegen dessen Aufwärmprogramm mit dem Millionenpferd Totilas.

"Total unverständlich. Erst wurde kritisiert, dass Matthias im Sattel von Totilas bei der EM keinen Erfolg hatte, jetzt ist es die Trainingsmethode - offenbar kann man es einigen Leuten nie recht machen", so der Niederländer im Magazin des CHIO in Aachen.

Die Reaktion von Janssen kommt nicht unerwartet, wird die umstrittene Trainingsmethode ("Low, Deep and Round", LDR) bei den niederländischen Rivalen schon seit langem erfolgreich praktiziert.

"LDR wird als gymnastizierendes Element eingesetzt", so Janssen. Er habe die Erfahrung gemacht, dass Kritik an der vom Weltverband FEI zugelassenen Methode "in Deutschland immer dann aufkommt, wenn bestimmte Paare Erfolg haben."

Janssen soll nach den Olympischen Spielen in London in diesem Jahr auch Matthias Rath trainieren.

Rath, der in London Gold gewinnen soll, hatte die Methode bei seinem ersten Saison-Auftritt auf dem Abreiteplatz beim Turnier in Hagen a.T.W. angewandt. Dabei wird der Kopf des Pferdes an dessen Hals gezogen, um ihn gefügig zu machen (Rollkur).

Diese Art des Trainings wird vom deutschen Verband abgelehnt, weil es für die Pferde mit Schmerzen verbunden ist.

Dazu hatte der neue Bundestrainer Jonny Hilberath vor Ort erklärt: "Natürlich haben mir die Bilder vom Abreiteplatz in Hagen nicht gefallen. Allerdings war das Verhalten des Paares noch regelkonform, weil mit der Art des Trainings der Zeitraum von zehn Minuten nie überschritten wurde."

Weiter meinte er: "Man kann darüber diskutieren. Totilas wurde bei seiner Ausbildung in den Niederlanden oft so trainiert. Vielleicht muss man die alten Gewohnheiten pflegen, wenn man Erfolg haben will."

Rath und Totilas hatten sich mit Siegen in Hagen in der Weltspitze zurückgemeldet.

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