Daniel Deußner wird in Herning Vize-Europameister mit der deutschen Mannschaft © getty

Nach den letzten Tiefschlägen sorgt die EM bei den Springreiter für Zuversicht. Ehning siegt zum Abschluss.

Herning - Nach den Tiefschlägen bei den letzten Großveranstaltungen ist im Lager der deutschen Springreiter wieder Zuversicht eingekehrt.

Bundestrainer Otto Becker zog nach der EM in Herning/Dänemark ein positives Fazit. "Mit der Medaille im Nationenpreis bin ich super happy.

Im Einzel hätten wir auch gerne Edelmetall mitgenommen, aber da fehlte uns etwas Glück", sagte der deutsche Chefcoach.

Sowohl bei den Olympischen Spielen in London 2012 als auch beim Weltcup-Finale im April in Göteborg hatten die Springreiter massiv enttäuscht - jetzt zeigte die Formkurve wieder nach oben.

"Ich will Olympia gar nicht überbewerten. Da hatten wir einfach Pech. Aber natürlich freue ich mich über so ein Abschneiden wie in Herning viel mehr", meinte Becker.

Medaille knapp verpasst

Mit etwas mehr Glück hätten seine Schützlinge im Einzelspringen am Samstag noch eine Medaille geholt.

Debütant Daniel Deußer wurde mit dem Schimmel Cornet d'Amour beim Sieg des Franzosen Roger Yves Bost auf Myrtille Fünfter, der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) kam mit Chiara auf Rang sechs.

"Man muss das gesamte Championat sehen. Ich war Nachrücker. Dafür ist Rang sechs gut. Außerdem ist meine Stute noch sehr unerfahren", sagte Beerbaum.

Teamgedanke im Vordergrund

Becker unterstrich erneut den Teamgedanken, der die Mannschaft seit seiner Amtsübernahme 2009 auszeichnet.

"Es haben alle mitgemacht. Angefangen von den Reitern über Trainer, Ärzte und Pfleger", sagte der Coach, der guten Mutes Richtung Weltreiterspiele 2014 in der Normandie blickt.

"Wir haben hier zwei neue Championatspaare gesehen, die für die Zukunft hoffen lassen", sagte der Chef-Coach über Deußer/Cornet d'Amour und Beerbaum/Chiara.

Coach will Nachwuchs fördern

Vermehrt will Becker auch junge Reiter einbauen.

Das starke Debüt von Deußer, der bei seinem ersten Championat gleich bester Deutscher war, bestärkte den Coach auf seinem Weg.

"Wir werfen immer wieder junge Leute ins kalte Wasser. Wir müssen sie fördern", sagte der Ex-Reiter, schränkte aber auch ein: "Zu einem Championat fahren nur die besten Paare."

Nagels Zukunft gefährdet

Während sich der Weltranglistenerste Christian Ahlmann (Marl) auf Codex One mit Rang zwölf für weitere Einsätze empfahl, ist die Zukunft von Carsten-Otto Nagel (Wedel) im Championatskader gefährdet.

Beckers Musterschüler, der die Equipe 2010 und 2011 zum WM- und EM-Titel geführt hatte, konnte in Herning mit seiner Stute nicht mehr an frühere Leistungen anschließen und stieg vor den letzten beiden Runden aus.

Im nächsten Jahr ist Corradina bereits 16 und wird es im Kampf um ein WM-Ticket sehr schwer haben.

Ehning gewinnt im Stechen

Einen schönen Schlusspunkt aus deutscher Sicht setzte Marcus Ehning.

Der Team-Weltmeister aus Borken gewann den Großen Preis im Rahmenprogramm und kassierte für seinen Sieg 14.440 Euro.

Ehning, der Ersatzmann der deutschen EM-Equipe war, lieferte im Stechen mit dem zehn Jahre alten Hengst Cornado in 42,02 Sekunden den schnellsten Nullfehlerritt.

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