Daniel Deußer blieb zum Auftakt der WM in Caen ohne Fehler
Daniel Deußer wurde in diesem Jahr erstmals Deutscher Meister © getty

Debütant Deußer hält die Medaillen-Pläne der Springreiter mit seiner weißen Weste am Leben. Werth hat Dressur-Gold im Blick.

Herning - Die deutschen Springreiter müssen bei der Reit-EM um eine Medaille bangen. Nach zwei von drei Wertungsprüfungen liegen die Schützlinge von Bundestrainer Otto Becker auf Rang vier (12,77 Punkte).

Es führt Großbritannien (8,18) vor der Schweiz (8,45) und Frankreich (11,45). Bei den Dressur-Reitern läuft es besser. Die Equipe von Bundestrainerin Monica Theodorescu liegt zur Halbzeit im Nationenpreis auf Goldkurs.

Deußer überzeugt

Ausgerechnet Neuling Daniel Deußer hat die deutschen Springreiter im Medaillenrennen gehalten. Der 32-Jährige blieb mit Cornet d'Amour im ersten Teil des Nationenpreises wie schon am Vortag ohne Fehler und belegte in der Einzelwertung Rang sechs.

Auch Routinier Ludger Beerbaum (Riesenbeck) hatte mit Chiara am zweiten Tag keinen Abwurf und rückte auf Rang elf vor.

"Es lief alles nach Plan. Nur in der dreifachen Kombination hatten wir ein paar Probleme, doch mein Pferd hat gut mitgedacht", sagte Deußer, der seinen Schimmel Cornet d'Amour wieder ruhig und sicher durch den Parcours lenkte.

"Liegen in Lauerstellung"

Das deutsche Team indes machte keinen Boden gut.

"Wir können froh sein, dass wir nicht weiter nach hinten gerutscht sind. Das ist keine optimale Ausgangsposition für das Finale am Donnerstag. Aber wir liegen noch in Lauerstellung", sagte Bundestrainer Becker, der vor zwei Jahren mit der Mannschaft in Madrid noch triumphiert hatte.

Je einen Abwurf in der dreifachen Kombination leisteten sich Christian Ahlmann (Marl) mit Codex One und Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit Corradina. Die beiden rangieren in der Einzelwertung auf den Plätzen 25 und 26. Es führt weiterhin der Brite Ben Maher mit Cella.

Beerbaum legt zu

Beerbaum zeigte sich im Vergleich zum Vortag verbessert und führte seine junge Stute Chiara zum Nullfehlerritt. "Wir haben unsere Strategie kurzerhand geändert, hier und da noch einen Galoppsprung eingebaut. Ich denke, das war die richtige Entscheidung", sagte der viermalige Olympiasieger.

"Seine Nullrunde war ganz wichtig für uns. Sonst wären wir weiter abgerutscht", meinte Becker.

Deutlich vor Niederlanden

Deutlich besser kamen die Dressur-Reiter bei ihrem EM-Start zurecht. Nach der ersten von zwei Wertungsprüfungen führt das Team von Bundestrainerin Monica Theodorescu mit 148,450 Punkten vor Gastgeber Dänemark (141,595) und den Niederlanden (141,581).

Die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Rheinberg) mit Don Johnson und Debütantin Fabienne Lütkemeier (Paderborn) mit D'Agostino sorgten für den guten Auftakt.

"Wenn wir schon hier sind, wollen wir auch Gold", tönte Werth nach ihrer starken Vorstellung. Mit dem zwölf Jahre alten Wallach zeigte die Juristin vom Niederrhein eine tadellose Leistung und setzte sich in der Einzelwertung mit 75,213 Punkten in Führung.

"Wir warten mal, ob es Gold wird. Auf jeden Fall waren das zwei Super-Ritte", sagte Theodorescu.

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