Daniel Deußer beim Reiten
Daniel Deußer bleibt zum EM-Auftakt in Herning mit seinem Schimmel fehlerfrei © imago

Die deutsche Equipe legt bei der Europameisterschaft in Herning kein gutes Zeitspringen hin. Ein Debütant rettet die Ehre.

Herning - Debütant Daniel Deußer hat einen deutschen Fehlstart bei der Reit-EM in Herning verhindert.

Der 31-Jährige legte im Zeitspringen zum Auftakt die einzige Nullrunde hin und setzte sich in der Einzelwertung als bester Deutscher auf Rang zehn.

Nach der ersten von fünf Wertungsprüfungen liegt der Titelverteidiger aus Deutschland mit 8,77 Punkten auf dem vierten Platz. Es führt Frankreich (3,14 Punkte) souverän mit mehr als einem Springfehler Vorsprung vor Großbritannien (8,18) und Schweiz (8,45).

"Wir liegen in Reichweite"

Die drei weiteren deutschen Starter hatten jeweils einen Abwurf. Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Chiara, Vize-Europameister Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit Corradina und der Weltranglisten-Erste Christian Ahlmann (Marl) auf Codex One patzten jeweils an der dreifachen Kombination.

"Alle Pferde haben sich gut präsentiert. Wir liegen in Reichweite", meinte Bundestrainer Otto Becker. Dass ausgerechnet Neuling Deußer ohne Abwurf blieb, freute den Coach: "Er hat einen Super-Job gemacht und seine gute Form aus den letzten Monaten bestätigt."

Deußer zufrieden - Beerbaum ratlos

Deußer selbst strahlte vor Glück.

"Ich bin sehr zufrieden, dass es so gut geklappt hat", sagte er. Der im belgischen Wolvertem beheimatete gebürtige Wiesbadener legte einen eindrucksvollen Ritt hin.

Leicht und locker übersprang er mit seinem Schimmel die Hindernisse. "Ich bin nicht volles Risiko gegangen. Die Nullrunde gibt mir Sicherheit für die weiteren Prüfungen", sagte der 32-Jährige.

"Ich kann mir den Fehler nicht erklären", sagte indes Beerbaum.

Nach einem rasanten Ritt ließ der 49-Jährige Ausgang der dreifachen Kombination die Stange purzeln. "Wir waren gut unterwegs. Mit dieser Zeit wären wir ohne Fehler bestimmt unter die ersten Zehn gekommen", sagte der Routinier.

"Es ist noch nichts verloren"

Nagel patzte mit seiner Schimmelstute ebenfalls zum Ausgang der Dreifachen.

"Ich kam aus dem Rhythmus. Da habe ich den Schwung verloren, der mir in der Dreifachen fehlte", sagte Nagel, der sichtlich enttäuscht war.

"Das ist natürlich bitter, aber es ist noch nichts verloren. Zum Glück schlagen die Fehler im Zeitspringen nicht so durch", sagte der 50-Jährige.

Auch Ahlmann hatte an der dreifachen Kombination einen Abwurf. "Eigentlich bin ich ganz zufrieden mit der Runde", sagte der Weltranglisten-Erste.

"Bei dem Fehler gab es nur eine ganz leichte Berührung. Das ist ärgerlich", meinte Ahlmann, der vor zehn Jahren bei der EM in Donaueschingen sowohl im Einzel auch mit der Mannschaft Gold holte.

Beerbaum beweist Humor

Beerbaum, ursprünglich nur Ersatzreiter, war erst durch die Verletzung von Philipp Weishaupts Pferd Monte Bellini in die deutsche Equipe gerückt.

Schon vor dem ersten Start hatte der 49-Jährige Zweifel geäußert, ob seine noch unerfahrene Stute den hohen Belastungen in den fünf Runden des Championats gewachsen sein würde.

"Fallobst zuerst", scherzte Beerbaum, nachdem er auf die Startreihenfolge des deutschen Teams angesprochen wurde.

Becker hatte den Routinier als ersten Reiter in den Parcours geschickt, um Ruhe ins Team zu bekommen.

Weiterlesen