Stefan Schumacher fährt derzeit für ein dänisches Team © getty

Der geständige Dopingsünder Stefan Schumacher glaubt nach seinem Freispruch vor dem Landgericht Stuttgart nicht an eine Fortsetzung seines Betrugsprozesses.

"Das sehe ich entspannt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass nach der aufwendigen Recherche des Gerichts grobe Fehler in der Urteilsbegründung sind - und nur das wäre ja ein Grund für eine Revision", sagte der Radprofi dem "Tagesspiegel".

Die Staatsanwaltschaft hatte Schumacher angeklagt, den ehemaligen Gerolsteiner-Teamchef Holczer hintergangen und sich als nachweislich gedopter Athlet bei drei Gehaltszahlungen im Jahr 2008 einen "rechtswidrigen Vermögensvorteil" (rund 100.000 Euro) erschlichen zu haben.

Das Gericht war davon aber nicht zweifelsfrei überzeugt und sprach Schumacher Ende Oktober frei.

Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Revision ein. Erst nach der schriftlichen Urteilsbegründung wird dann entschieden, ob die Revision auch durchgeführt wird.

Schumacher verteidigte sich in dem Interview auch gegen den Vorwurf, dass er vor Gericht nicht die Namen der bei seinem Dopingmissbrauch beteiligten Ärzte genannt habe.

"Beim Prozess waren immer viele Journalisten anwesend, und ich wollte weitere öffentliche Schlammschlachten vermeiden", sagte er: "Es sind zwei unterschiedliche Dinge, die Vergangenheit aufzuarbeiten oder jemanden an den Pranger zu stellen."

Doping betreibe er seit 2008 nicht mehr, betonte Schumacher. "Ich verstehe natürlich, dass da jetzt manche lächeln, schließlich habe ich das früher als Gedopter auch gesagt. Aber für mich ist das wichtig, weil ich noch einige Zeit zeigen will, was ich kann", sagte der zweimalige Etappensieger des Giro d'Italia.

Von seiner Leistungsfähigkeit her traue er sich sogar einen Etappensieg bei der Tour de France zu.

Derzeit fährt Schumacher für das zweitklassige dänische Radsportteam Christina Watches-Onfone.

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