Der fünfmalige Tour-de-France-Sieger Miguel Indurain ist möglicherweise in einen Dopingskandal verwickelt. Der italienische Anti-Dopingexperte Sandro Donati gibt an, dass er Beweise habe, dass Indurain und sein Banesto-Rennstall in den Neunzigern mit dem skandalumwitterten Mediziner Francesco Conconi zusammengearbeitet habe.

Dem niederländischen Sender "NOS" sagte Donat: "Conconi hatte Verträge mit Banesto über hohe Beträge abgeschlossen."

Für Banesto hatte Indurain zwischen 1991 und 1995 die Frankreich-Rundfahrt gewonnen, beim Giro d'Italia triumphierte der 48-jährige Spanier 1992 und 1993.

Der niederländische Journalist Ludo van Klooster bestätigte die Darstellungen von Donati, der derzeit für die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) arbeitet.

Van Klooster habe das gesamte Team inklusive Indurain an der Universität von Ferrara, dem Arbeitsplatz von Conconi, gesehen.

Conconi gilt als Lehrer des italienischen Sportarztes Michele Ferrari, dem späteren Mediziner des mittlerweile überführten Dopers Lance Armstrong (USA).

Gefördert vom Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und dem italienischen NOK widmete sich Conconi jahrelang der Epo-Forschung. Auch vor Selbstversuchen schreckte der Italiener nicht zurück.

1984 verhalf der 77-Jährige seinem Landsmann Francesco Moser mittels damals noch erlaubter Bluttransfusionen zu einem Stundenweltrekord.

Später wurde gegen Conconi unter anderem wegen der Verabreichung von Epo an Profifahrer ermittelt. Wegen Verjährung wurde er zwar nicht verurteilt, doch Richterin Franca Oliva befand Conconi und zwei andere Ärzte für "moralisch schuldig".

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