Das Betrugsverfahren gegen Radprofi Stefan Schumacher soll Anfang April vor dem Landgericht Stuttgart eröffnet werden. Das teilte ein Sprecher mit.

Der genaue Termin des Falls, der vor der 16. Große Strafkammer verhandelt wird, werde wohl gegen Ende dieser Woche feststehen. Der Prozess gegen den 31 Jahre alten Ex-Gerolsteiner-Profi ist ein Präzedenzfall. Erstmals steht ein Dopingsünder wegen Betrugsverdachts vor Gericht.

"Ich stelle mich der Sache und werde Rede und Antwort stehen", sagte Schumacher der "Stuttgarter Zeitung".

Schumachers Anwalt Michael Lehner reagierte bereits vor einiger Zeit gelassen auf den bevorstehenden Prozess.

"Wir gehen das ganz ruhig und sachlich, aber bestimmt an", hatte Lehner dem SID gesagt: "Es geht jetzt um die Grundsatzfrage, ob geltende Gesetze anwendbar sind oder nicht. Das könnte bis zum Bundesgerichtshof gehen."

Schumacher wird vorgeworfen, während der Tour de France am 17. Juli 2008 mehrfach wahrheitswidrig versichert zu haben, ausschließen zu können, jemals mit dem Dopingmittel Cera in Kontakt gekommen zu sein, obwohl ihm seine vorherige Verwendung dieses Mittels bekannt gewesen sei.

In nachträglichen Analysen von Proben der Tour und auch der Olympischen Spiele 2008 war Schumacher überführt worden. Sein damaliges Team Gerolsteiner kündigte ihm daraufhin im Oktober 2008.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher vor, Teamchef Hans-Michael Holczer durch die Einnahme der Dopingmittel hintergangen zu haben. Es geht um 150.000 Euro, Schumachers Gehalt in den betreffenden Monaten.

Erst kürzlich hatte Schumacher vor dem Landgericht Stuttgart einen Zivilprozess verloren. Der Firma Trelock, früherer Sponsor Schumachers, die den WM-Dritten von 2007 wegen Dopings verklagt hatte, wurde Schadensersatz zugesprochen. Anwalt Lehner wird gegen das Urteil in Berufung gehen.

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