Manolo Saiz hat in seiner früheren Zeit als Sportdirektor des Radsport-Teams Liberty Seguros mehrere Profis zum umstrittenen Mediziner Eufemianos Fuentes geschickt. Dies erklärte der 53-Jährige am vierten Tag des Prozesses gegen Fuentes vor der 21. Strafkammer des Juzgados de lo Penal in Madrid.

Dort muss sich bis 22. März nicht nur der Hauptangeklagte Fuentes wegen "Gefährdung der öffentlichen Gesundheit" verantworten. Mitangeklagt sind auch die drei damals in Radsport-Teams tätig gewesenen Sainz, Jose Ignacio Labarta, Vicente Belda Vicelo und die wie ihr Bruder in der Medizin tätige Fuentes-Schwester Yolanda.

"In der Tat kam ich dem Wunsch einiger Fahrer nach, die Fuentes sehen wollten. Aber ich weiß nicht, ob sie tatsächlich hingingen", sagte Manolo Saiz vor dem Richter. Unter ihnen seien die ehemaligen Liberty- Seguros-Fahrer Roberto Heras, Marcos Serrano und Angel Vicioso gewesen. Bei Heras sowie Isidro Nozal habe er den Verdacht, dass sie Kunden von Fuentes geworden sein könnten, ohne dass sie dies offiziell sagen würden.

Bei der damaligen "Operacion Puerto" waren 58 Radsportler der Blutbehandlung bei Fuentes überführt worden. Insgesamt soll der 57-Jährige 200 Athleten aus einer ganzen Reihe von Sportarten behandelt haben. Fuentes hatte am Mittwoch erklärt, er könne die kodierten Namen aller Patienten problemlos entschlüsseln, aber er wolle dies nicht. Dennoch hatte der Hauptangeklagte erklärt, auch der frühere Radprofi Javier "Pipe" Gomez habe zu seinen Kunden gezählt.

Fuentes versicherte jedoch, er habe damals kein EPO-Doping verabreicht, wie ihm vorgeworfen werde, sondern nur aus rein therapeutischen Gründen bei einem gefährlich niedrigen Hämatokritwert der Athleten einen Blutaustausch vorgenommen. EPO-Spuren in acht der 92 Blutbeutel führte er auf Restsubstanzen aus nicht von ihm stammenden Behandlungen zurück.

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