Richard Pound, früherer Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), hat seine Kritik am Radsport-Weltverband UCI für das Versagen in der Doping-Affäre Lance Armstrong bekräftigt.

"Es ist ungeheuer peinlich für die UCI, dass die Leute, die den Sport führen, die jeden Tag dabei sind, die diese Athleten und Teams über Jahre begleiten, nicht in der Lage waren, das zu sehen. Und nun sind sie angeblich schockiert", sagte der Kanadier der Nachrichtenagentur "AFP" bei einem WADA-Treffen in Montreal.

Die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) habe mit ihren Ermittlungen gegen Armstrong, die zu einer lebenslangen Sperre und der Aberkennung aller sieben Tour-de-France-Siege geführt hatte, bewiesen, dass Doping-Wächter sinn- und wirkungsvoll sein können.

"Das ist eine Rechtfertigung des Systems", sagte Pound, der stärkere Unterstützung im Anti-Doping-Kampf von den Regierungen fordert. "Nationale Regierungen haben viel Verantwortung. Sie haben die Macht zu ermitteln, Zeugen vorzuladen und so weiter. Das haben Sport-Behörden nicht", sagte der 70 Jahre alte Jurist.

Das International Olympische Komitee (IOC) forderte Pound auf, einen härteren Kurs einzuschlagen. Bei der Überlegung, ob der Radsport aus dem Olympia-Programm gestrichen werden könnte, dürfe das IOC in der Argumentation keine Rücksicht auf die Radsportler nehmen, die nicht dopen.

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