Nach dem Dopingskandal um Lance Armstrong will der niederländische Radsportverband KNWB eine Untersuchungskommission bilden, um die "Doping-Kultur" im Radsport zu untersuchen - auch in den eigenen Reihen.

"Der Profiradsport ist in einer Krise", teilte der KNWB mit. Nicht nur wegen Lance Armstrong, sondern auch wegen des Rückzugs von Hauptsponsor Rabobank.

"Der KNWB glaubt, dass international und national mehr getan werden muss", heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Kommission soll bis zum 30. November ihre Arbeit aufnehmen und spätestens am 1. Juni 2013 Ergebnisse vorlegen.

"Sie werde die Fakten und Ergebnisse der Untersuchungen prüfen, auch innerhalb des niederländischen Radsports", so der KNWB.

In den Skandal verwickelt ist auch der ehemalige Weltverbandspräsident Hein Verbruggen. Dem Niederländer wird vorgeworfen, in seiner Amtszeit in der UCI von den Dopingpraktiken im Radsport gewusst, dies aber verschwiegen zu haben.

In den späten 80er- und frühen 90er Jahren hatten zudem mehrere Ärzte in den Niederlanden ihre Bedenken geäußert, als innerhalb von drei Jahren ein Dutzend heimischer Radprofis gestorben waren.

Damals wurde von den Medizinern die Vermutung geäußert, die Todesfälle stünden in Zusammenhang mit Epo-Doping.

Weiterlesen