Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, hat im Zuge der jüngsten Doping-Enthüllungen um Lance Armstrong auch Jan Ullrich ins Visier genommen.

In einem Interview mit der "Sport Bild" antwortete der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat auf die Frage, ob er ein Stück weit Verständnis für Ullrichs früheres Verhalten habe:

"Das Motto: Andere betrügen, also machen wir mit - das bringt den ganzen Sport um, zerstört Fairness und jeden Respekt."

Zu Ullrichs Spitzen, dass Scharping sich früher als Politiker in seinem Glanz gesonnt und ihn dann fallen gelassen habe, sagt er: "Er könnte sich den Realitäten besser stellen, als er es tut. Den richtigen Zeitpunkt dafür hat er verpasst."

Scharping widersprach vehement der These, dass Radsport nach all den Doping-Enthüllungen hierzulande tot sei:

"Im Gegenteil. Aber die Doping-Skandale 2006/2007 und die Wirtschaftskrise 2008 haben den Radsport fast umgebracht. Er hat den Weg von der Intensivstation in die Reha geschafft. Die dauert noch an. Das betrifft die wirtschaftliche Situation und die mediale Wahrnehmung. Sportlich läuft es so gut wie lange nicht."

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