Olympiasieger Alexander Winokurow sieht sich nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Paduas nun auch mit einer Untersuchung des Radsport-Weltverbandes UCI wegen möglichen Sportbetrugs konfrontiert.

Der 39 Jahre alte Kasache wird verdächtigt, 2010 den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich nach einer illegalen Absprache mit dem Russen Alexander Kolobnew gewonnen zu haben.

Der damalige Astana-Fahrer Winokurow, der im kommenden Jahr als Manager des kasachischen Teams arbeitet, und Kolobnew (Katjuscha) wurden aufgefordert, am UCI-Hauptsitz im schweizerischen Aigle zu den Vorkommnissen Stellung zu nehmen.

Wie der Dachverband der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, erhielt die UCI am Wochenende Teile der Aufzeichnungen der Staatswanwaltschaft Padua.

"Falls die Schuld von Winokurow und Kolobnew bewiesen wird, würde die Lizenzierungskommission neu über die World-Tour-Lizenzen für Astana und Katjuscha urteilen", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid.

Den Staatsanwälten liegen offenbar Unterlagen vor, die beweisen, dass Winokurow seinem letzten Begleiter Kolobnew 150.000 Euro versprochen und später auch überwiesen hat. Damit bestätigen die italienischen Ermittler einen Bericht des Schweizer Magazins "L'Illustre" aus dem Dezember des Vorjahres.

Zuletzt hatte die Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera eine vermeintlich verdächtige E-Mailkorrespondenz zwischen Winokurow und Kolobnew veröffentlicht. Darin schrieb der frühere Dopingsünder Winokurow unter anderem: "Ich werde unseren Deal respektieren. Du musst eine Weile warten. Vino."

Angeblich ist ein Schweizer Bankkonto unter Kolobnews Namen entdeckt worden. Auf dieses soll das Geld überwiesen worden sein.

Das Konto wurde bei einem Angestellten der Schweizer Bank BSI eröffnet, gegen den die Staatsanwälte in Padua wegen Geldwäsche zugunsten mehrerer Athleten mit Kontakt zum umstrittenen italienischen Dopingarzt Michele Ferrari ermitteln. Gegen Winokurow gebe es "unbestreitbare Beweise", verlautete es aus Padua.

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