Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Padua hat Olympiasieger Alexander Winokurow und dessen Team Astana ins Visier genommen. Die Ermittler verdächtigen den Sieger des Straßenradrennens von London des Sportbetrugs.

Der 39-jährige Kasache soll das Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich im Jahr 2010 durch Bestechung gewonnen haben. Dies berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Samstag.

Den Staatsanwälten liegen offenbar Unterlagen vor, die beweisen, dass der frühere Dopingsünder seinem letzten Begleiter Alexander Kolobnew 150.000 Euro versprochen und später auch überwiesen hat. Dafür hatte dieser offenbar Winokurow den Sieg überlassen. Damit bestätigen die italienischen Ermittler einen Bericht des Schweizer Magazins "L'Illustre" aus dem Dezember des Vorjahres.

Angeblich ist ein Schweizer Bankkonto unter Kolobnews Namen entdeckt worden. Auf dieses soll das Geld überwiesen worden sein. Das Konto wurde bei einem Angestellten der Schweizer Bank BSI eröffnet, gegen den die Staatsanwälte in Padua wegen Geldwäsche zugunsten mehrerer Athleten mit Kontakt zum umstrittenen italienischen Dopingarzt Michele Ferrari ermitteln. Gegen Winokurow gebe es "unbestreitbare Beweise", verlautete es aus Padua.

Die italienischen Staatsanwälte weiteten die Ermittlungen auch gegen Astana aus. Die Ermittler verdächtigen das kasachische Team, ab 2006 den höchstumstrittenen Sportmediziner Michele Ferrari aktiv beim Training seiner Profis eingebunden zu haben. Dieser soll unter anderem beim Training auf den Kanaren und in St. Moritz Radprofis wie Roman Kreuziger, Enrico Gasparotto und Andrij Kaschetschkin aktiv betreut haben.

Die Vorwürfe der Ermittler basieren auf den Aussagen von Schlüsselzeugen wie Radprofi Leonardo Bertagnolli, der Kontakte zu Ferrari gestanden und seine Karriere beendet hat, sowie Wladimir Bileka, berichtete "Gazzetta dello Sport".

Derweil kapituliert der italienische Radsport vor der Wirtschaftskrise.

Während das Team Acqua und Sapone der Stars Danilo Di Luca und Stefano Garzelli bereits aufgelöst worden ist, stehen zwei weitere Mannschaften vor dem Aus. 30 Profis droht die Arbeitslosigkeit. Das berichtete die "Gazzetta dello Sport" am Samstag.

Betroffen sind die Teams Utensilnord und Team Idea aus den unteren Ligen des Radsports.

"Ein Radprofi verdient in Italien mindestens 1800 Euro im Monat, das sind mindestens 40.000 Euro im Jahr. Das ist einfach zu teuer", sagt Davide Boifava, Manager des Team Idea.

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