Der von einem japanischen Unternehmen co-gesponserte Rennstall Argos-Shimano hat wegen des "Inselstreits" zwischen China und Japan auf seine Teilnahme an der Peking-Rundfahrt (9. bis 13. Oktober) verzichtet. Das teilten die Veranstalter des letzten World-Tour-Wettbewerbs der Saison am Mittwoch mit.

"Das ist sehr schade für unser Team, weil das Rennen die letzte Chance gewesen wäre, in diesem Jahr noch WorldTour-Punkte einzusammeln", wird der Erfurter Sprinter Marcel Kittel auf "radsport-news.de" zitiert.

Auch John Degenkolb (Gera) steht bei der niederländischen Equipe unter Vertrag. Zudem beschäftigt Argos, das eine Wildcard für das Rennen in der chinesischen Hauptstadt erhalten hatte, in Yukihiro Doi einen japanischen und in Ji Cheng einen chinesischen Fahrer.

Das historisch belastete Verhältnis zwischen Japan und China hat sich in den letzten Wochen verschlechtert. Japan, China und auch Taiwan erheben Anspruch auf die Felseninseln, die in fischreichen Gewässern liegen und unter denen umfangreiche Gasvorkommen vermutet werden. Der Inselstaat unterhält traditionell enge Beziehungen zu Japan.

Allerdings gab es immer wieder Reibereien über die Fischfangrechte in der Region. Der Konflikt eskalierte, nachdem die japanische Regierung kürzlich trotz eindringlicher Warnungen Chinas einen Teil der unbewohnten Senkaku-Inseln (in China: Diaoyu-Inseln) im Ostchinesischen Meer einem privaten, japanischen Besitzer abkaufte.

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