Der Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, Pat McQuaid, hat die Absicht bekräftigt, im Dopingfall des amerikanischen Ex-Profis Lance Armstrong den vorgeschlagenen Sanktionen der US-Antidoping-Agentur USADA zu folgen.

"Solange die Dokumente keine erheblichen Mängel aufweisen, hat die UCI nicht die Absicht, vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen. Wir brauchen aber Zeit zur Überprüfung", sagte der Ire am Rande der Straßenrad-WM in den Niederlanden.

Derzeit wartet die UCI jedoch noch auf die Unterlagen, in denen die USADA dem Texaner Armstrong Dopingvergehen nachweisen will. Die Dopingjäger sollen französischen Medienberichten zufolge sogar in Besitz positiver Proben von Armstrong sein. Mit einer Übergabe der vermeintlichen Beweise ist allerdings erst in einigen Wochen zu rechnen, danach hat die UCI 21 Tage Zeit, eine Entscheidung zu fällen.

Sollte die UCI dem Vorschlag der USADA folgen, würden alle Ergebnisse seit dem 1. August 1998 und damit auch Armstrongs sieben Siege bei der Tour de France von 1999 bis 2005 gestrichen werden.

Am Freitag war die UCI von der umstrittenen Idee einer Generalamnestie für geständige Doper wieder abgerückt. Auf dem jährlichen Kongress beschloss der Verband, sich stattdessen auf aktuelle Dopingfälle konzentrieren zu wollen.

McQuaid, der das Thema auf die Agenda gebracht hatte, gab am Samstag zudem seine Kandidatur für eine weitere vierjährige Amstzeit ab 2013 bekannt. Er will sich vor allem dem Kampf gegen Doping widmen: `Wir hatten eine echte Dopingkultur. Wir sind dabei, diese auszumerzen, brauchen aber Zeit." McQuaid ist seit sieben Jahren im Amt.

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