Oberstaatsanwalt Christoph Frank hat nach Einstellung des Ermittlungsverfahrens in der Dopingaffäre um die Freiburger Uniklinik ein ernüchterndes Resümee gezogen.

Er nehme mit, "dass sich diese Szene erfolgreich abschottet", sagte Frank im Rahmen einer Presskonferenz am Mittwoch.

Zudem hätten alle Radprofis, mit denen er gesprochen habe, die gleiche Sichtweise gehabt: "Ohne Doping hat man keine Chance." Sie wüssten, dass "jeder mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln seine Leistung steigert", sagte Frank.

Insgesamt hätten sich zwei Ordner mit Aussagen von über 100 Zeugen angehäuft, aber es sei dennoch schwierig, strafrechtlich vorzugehen, denn man komme "an den Zweier-Behandlungsbereich" nicht heran.

"Doping findet ja nicht im Gruppenraum statt", sagte Frank zu der Situation, dass der Arzt stets mit einem Patienten - ohne Zeugen - allein sei. Zudem werde es erschwert, durch die "geringe Bereitschaft, sich zu äußern".

Im Mai war laut Frank auch das einstige deutsche Idol Jan Ullrich vernommen worden.

In der Affäre um die Freiburger Uniklinik waren die Sportmediziner Lothar Heinrich und Andreas Schmid beschuldigt worden, zwischen 1995 und 2006 am Eigenblutdoping bei Radprofis des Rennstalls Team Telekom beteiligt gewesen zu sein und Sportler systematisch gedopt zu haben.

Auch gegen die früheren führenden Mitarbeiter der ehemaligen Rennställe Team Telekom und T-Mobile, Mario Kummer, Olaf Ludwig und Rudy Pevenage, war ermittelt worden.

Sie konnten jedoch juristisch nicht belangt werden, weil Eigenblutdoping zur Tatzeit nicht strafrechtlich verboten war.

Schmid hatte danach einen Strafbefehl der Freiburger Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz akzeptiert und war zu einer Strafe von drei Monatsgehältern verurteilt worden.

"Dass ein Arzt sich äußert, finde ich bemerkenswert", sagte Frank, "denn ihm drohen ja auch berufsrechtliche Konsequenzen."

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