Alberto Contador (Saxo Bank) ist auf der 17. Etappe der Spanien-Rundfahrt ins Rote Trikot des Gesamtführenden gestürmt.

Auf dem Schlussanstieg der zweiten Kategorie setzte sich der Vuelta-Sieger von 2008 vom bisherigen Spitzenreiter Joaquin Rodriguez (Katjuscha) ab, gewann den 187,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen Santander und Fuente De und sorgte damit für eine überraschende Vorentscheidung bei der 67. Vuelta.

"Das ist selbstverständlich einer der schönsten Tage meiner Karriere", sagte Contador im Ziel auf 1080 Meter Höhe: "Es gab viele Leute, die an mich geglaubt haben und ich wollte das Vertrauen mit Emotionen und Kampfgeist zurückzahlen."

Sein spanischer Landsmann Rodriguez kam geschlagen ins Ziel und hat als Dritter nun 2:28 Minuten Rückstand. Zwischen den 33-Jährigen und Contador setzte sich zudem Ex-Champion Alejandro Valverde (Movistar/1:52).

Auf den schweren Bergetappen vor dem Ruhetag am Dienstag hatte Rodriguez noch jede Attacke erfolgreich abgewehrt und in den Schlusssprints seinen Vorsprung sogar ausgebaut.

Auf dem verhältnismäßig sanften Anstieg nach Fuente De besaß Contador, der in seiner Heimat die erste große Rundfahrt nach seiner zweijährigen Dopingsperre fährt, die größeren Kraftreserven.

Zudem war Rodriguez schnell auf sich allein gestellt, da seine Helfer das Tempo nicht mehr mitgehen konnten.

50 Kilometer vor dem Ziel attackierte Contador und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf mehr als zwei Minuten aus. Aus der Gruppe der Mitfavoriten konnte nur Valverde folgen, der sich im stetig flacher werdenden Terrain sogar bis auf sechs Sekunden an Leichtgewicht Contador herankämpfte.

"Es war ein bisschen verrückt, so früh anzugreifen, aber ich habe es machen müssen, um noch eine Chance auf den Vuelta-Sieg zu haben", sagte der 29-jährige Contador.

Die 18. Etappe führt über 204,5 Kilometer von Aguilar de Campoo nach Valladolid. Die Spanien-Rundfahrt endet nach 21 Etappen am 9. September in Madrid.

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