Der frühere Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer hat nach dem Dopingfall Denis Galimsjanow in seinem neuen Katjuscha-Radrennstall jede aktive Beteiligung von sich gewiesen.

"Sie glauben doch nicht wirklich, dass ich an der Manipulation von Galimsjanow in irgendeiner Form auch nur im Entferntesten beteiligt war", sagte der Manager der "FAZ", "im Übrigen habe ich klar gehandelt. Der gute Mann ist bereits von der Liste unserer Fahrer bei der UCI gestrichen, er hat seine Kündigung gekriegt."

In die Ära Holczer waren bei Gerolsteiner die spektakulären Dopingfälle Stefan Schumacher und Bernhard Kohl gefallen, die letztlich auch zur Auflösung des Teams geführt hatten.

"Doping ist nicht einfach wegkontrollierbar. Aus meiner Sicht tue ich das Maximale, um solche Dinge zu vermeiden", sagte Holczer, der Anfang des Jahres seinen Posten bei Katjuscha angetreten hatte, "ich habe erwartungsgemäß Prügel bezogen bei der Rückkehr in den Radsport, aber ich habe genau gewusst, worauf ich mich einlasse, und dass ich wieder mit der Dopingproblematik konfrontiert werde."

Der russische Profi Galimsjanow war am 22. März positiv getestet worden und hatte EPO-Doping zugegeben.

Katjuscha, für das auch Ex-Profi Erik Zabel arbeitet, war bereits im Vorjahr bei der Tour de France in negative Schlagzeilen geraten. Dort war der Olympiadritte Alexander Kolobnew als einziger Profi positiv getestet und von der UCI für zwei Jahre gesperrt, vom internationalen Sportgerichtshof CAS aber freigesprochen worden.

Zudem hatte Katjuscha den früheren Giro- und Vuelta-Sieger Denis Menschow verpflichtet, der mit der Wiener Blutbank in Verbindung gebracht wird.

Die negativen Schlagzeilen werden laut Holczer den Ruf des Teams nicht nachhaltig schädigen: "Es ist logisch, dass man jetzt wieder verstärkt auf uns schaut. Wir brauchen nicht darüber zu diskutieren, dass es eine unerfreuliche Geschichte ist: Der Fall Galimsjanow passt nicht zu dem, was wir gerne hätten. Trotzdem bin ich der Ansicht, dass sich unser Image in den vergangenen Monaten eher zum Guten gewendet hat."

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