Klöden war bei den großen Rundfahrten besonders in den Bergen aktiv © getty

Andreas Klöden hat seine Karriere als Radprofi beendet. Die Zweifel an seine dunkle Vergangenheit könnte er nie ablegen.

Köln - Zweimal stand Andreas Klöden auf dem Podium der Tour de France, nun ist einer der besten, aber auch umstrittensten deutschen Rundfahrer aus dem Sattel gestiegen.

Nach 16 Jahren im Profi-Zirkus hat Klöden Medienberichten zufolge den Schlussstrich unter eine Laufbahn gezogen, in der den 38-Jährigen immer wieder auch Dopingvorwürfe begleiteten. Mit Klöden geht einer der letzten deutschen Vertreter der alten Garde, die noch in der "dunklen Ära" des Radsports um die Jahrtausendwende aktiv waren.

30. Platz bei der 100. Tour

Der gebürtige Sachse (Mittweida) nannte gescheiterte Vertragsverhandlungen mit seinem letzten Team RadioShack-Trek als Grund für die Entscheidung. Noch vor zwei Monaten hatte Klöden sein Können aufblitzen lassen und die 100. Frankreich-Rundfahrt als bester Deutscher auf dem 30. Platz beendet.

Dabei schrammte der Routinier mit zwei Top-Ten-Platzierungen sogar nur knapp an einem Etappensieg vorbei.

Schlechtes verhältnis zu deutschen Medien

Klödens Stern war im Jahr 2000 aufgegangen, als er bei den Olympischen Spielen in Sydney hinter Jan Ullrich und Alexander Winokurow die Bronzemedaille gewann. Als Helfer Ullrichs hatte sich Klöden zudem beim umtrittenen Team Telekom einen Namen gemacht.

Eine Doping-Vergangenheit hat Klöden, anders als Rolf Aladg oder Erik Zabel, jedoch immer bestritten.

"Ich habe nichts zu gestehen", sagte Klöden, der ein schwieriges Verhältnis zu deutschen Medien pflegte.

2009 war Klöden des Blutdopings bei der Tour 2006 bezichtigt worden. Eine Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen gegenüber den Ärzten der Abteilung Sportmedizin der Uni-Klinik Freiburg hatte die Vorwürfe erhoben, die Klöden stets von sich wies.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf die Eröffnung eines Verfahrens verzichtet, da Klöden eine Geldsumme für wohltätige Zwecke gespendet hatte.

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Nie wieder für Deutschland"

Nicht frei von Spannungen war auch Klödens Verhalten zum Bund Deutscher Radfahrer (BDR).

Aus Frust über seine Nichtnominierung für die Olympischen Spiele 2008 in Peking hatte er erklärt, nie wieder für Deutschland zu starten. Zuletzt führte ihn sein Team RadioShack-Trek unter europäischer Flagge.

Klöden, der sich künftig auf das Familienleben konzentrieren will, stand neben seinen zweiten Plätzen bei der Frankreich-Rundfahrt (2004, 2006) unter anderem bei Paris-Nizza (2000), der Baskenland-Rundfahrt (2000 und 2011) und der Tour de Romandie (2008) ganz oben auf dem Treppchen.

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