Schumacher fährt jetzt beim dänischen Team Christina Watches-Onfone © getty

Der Doping-Fall um Stefan Schumacher ist noch immer nicht entschieden. Der Angeklagte geht weiter von einem Freispruch aus.

Stuttgart - Stefan Schumacher droht weiterhin das juristische Brandzeichen eines Doping-Betrügers:

Im Prozess gegen den 32-Jährigen vor dem Landgericht Stuttgart forderte die Staatsanwaltschaft am Dienstag die Verurteilung Schumachers wegen Betruges, was mit einer Geldstrafe von 16.800 Euro zu ahnden sei.

Eine Haftstrafe muss der inzwischen geständige Dopingsünder Schumacher aber nicht befürchten. Seine Verteidigung plädierte auf Freispruch. Die Urteile werden am kommenden Dienstag verkündet.

Glaubwürdigkeit Schumachers infrage gestellt

In seinem 133-minütigemn Plädoyer stellte Staatsanwalt Peter Holzwarth die Glaubwürdigkeit des früheren Vorzeigefahrers im Gerolsteiner-Rennstall massiv infrage und stärkte eindeutig die Zeugenaussagen des vermeintlich betrogenen ehemaligen Gerolsteiner-Bosses Hans-Michael Holczer. "Ein Doping-System Holczer, wie zum Beispiel bei Lance Armstrong, hat es nicht gegeben", sagte der Jurist.

Das Fazit: Holczer habe tatsächlich nichts von den Dopingpraktiken seines einstigen Schützlings gewusst - und wurde deshalb in den betreffenden Monaten im Jahr 2008 betrogen.

Schumacher denkt an Freispruch

Schumacher, der die Aussagen des Staatsanwalts mit stoischem Blick verfolgte, äußerte: "Für mich ist klar, dass ich freigesprochen werden müsste, darum geht es für mich." Die Aussage Holzwarths, der Prozess würde keine großen Auswirkungen auf die Karriere Schumachers haben, wies der Radprofi zurück.

"Bestraft worden bin ich so oder so", sagte er.

Schumacher lehnt Geständnis ab

Holzwarth unterstrich das geforderte Strafmaß bereits zu Beginn des 18. Verhandlungstages. Die 16. Große Strafkammer machte vor dem Abschluss der Beweisaufnahme den Vorschlag, das Verfahren gegen eine Zahlung von 10.000 Euro einzustellen.

Während das Schumacher-Lager zumindest darüber beraten wollte, lehnte die Staatsanwaltschaft entschieden ab.

Die Staatsanwaltschaft wirft Schumacher vor, Holczer hintergangen und sich mit seinen Verfehlungen laut Anklageschrift einen "rechtswidrigen Vermögensvorteil" erschlichen zu haben. Diesen korrigierte Holzwarth während seines Plädoyers allerdings von 150.000 auf 100.000 Euro, weil die Werbeleistungen Schumachers in den betreffenden Monaten nicht berücksichtigt werden dürften.

Das Strafmaß allerdings erhöhte er "etwas", weil kein Geständnis von Schumacher vorliege.

Weiterlesen