Rick Zabel wurde 2012 Deutscher Meister im Straßenrennen in der Klasse U 23 © imago

Judith Arndt beendet ihre Karriere bei der Straßenrad-WM auf Rang acht. Auch die deutschen U-23-Fahrer verpassen das Podest.

Valkenburg - Kein Edelmetall, aber noch einmal beste Deutsche: Judith Arndt hat mit Platz acht im Straßenrennen der Rad-WM in den Niederlanden ihre glanzvolle Karriere beendet.

Dagegen erfüllte der U-23-Nachwuchs um Rick Zabel die kleinen Hoffnungen auf Edelmetall nicht und fuhr deutlich am Podest vorbei.

"Ich bin nicht enttäuscht und froh, dass es vorbei ist", sagte Arndt, die sich bereits vor dem Rennen sicher war, "dass wir nicht zu den Favoriten gehören."

Zeitfahr-Weltmeisterin Arndt, die sich über weite Phasen unauffällig verhielt, sprintete bei ihrem letzten Auftritt als Profi nach 128,8 km rund um Valkenburg mit dem nachfolgenden Hauptfeld ins Ziel.

Olympiasiegerin Vos triumphiert

Den Sieg beim Frauenrennen sicherte sich die überragende Olympiasiegerin Marianne Vos (Niederlande), die kurz vor Ende der sechsten Runde zu einer sechsköpfigen Spitzengruppe aufgeschlossen hatte.

Zu dieser gehörte auch Charlotte Becker (Datteln), die dem Tempo eine Runde später aber nicht mehr folgen konnte.

Auf der Zielgeraden schnappte sich Vos zur Freude der Zuschauer, die das erste WM-Gold frenetisch feierten, sogar noch eine niederländische Fahne.

Technischer Defekt bei Worrack

Silber sicherte sich Rachel Neylan (Australien), Platz drei ging an Elisa Longo Borghini (Italien). Pech hatte Trixi Worrack (Cottbus), die ein technischer Defekt zurückwarf.

Arndt, die am vergangenen Dienstag ihren Titel im Kampf gegen die Uhr erfolgreich verteidigt hatte, gewann in ihrer Laufbahn vier WM-Titel sowie drei olympische Medaillen.

Die gebürtige Brandenburgerin zieht es nach Australien, wo sie ein Studium der Soziologie und Kulturwissenschaften beginnen will.

Koch bester Deutscher - Zabel auf Platz 36

Die fünf deutschen U-23-Starter haben derweil ganz andere Ziele.

Das Quintett um Rick Zabel, dem Sohn der Sprint-Legende Erik Zabel, träumt von einer Profikarriere, ging am Samstag aber leer aus.

Beim 177,1 km langen Nachwuchsrennen landete Michel Koch (Wuppertal) als bester Akteur des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) auf Rang 25, der Sieg ging an Alexej Luzenko aus Kasachstan. Silber sicherte sich der Franzose Bryan Coquard vor Tom Van Asbroeck aus Belgien.

Der 18-jährige Zabel fuhr als zweitjüngster von 157 gestarteten Fahrern vor den Augen seiner Eltern auf einen respektablen 36. Platz. Zabel (Unna) hatte das Juniorenrennen im Vorjahr als Fünfter beendet.

"Kraft hat nicht mehr gereicht"

"Wir haben als Mannschaft gut agiert, aber vielleicht einen Tick zu viel getan. Einen Kilometer vor dem Ziel wurde der Sprint verschleppt, dann hat die Kraft nicht mehr gereicht, um vorne mitzumischen", sagte Zabel.

Vater Erik sah ein "schwieriges Rennen", in dem sein Sohn zu kämpfen hatte: "Die Tempoverschärfungen haben ihm Probleme bereitet. Das Finale war sehr hart, in der letzten Runde war es eine Frage der Tagesform."

Bislang drei Medaillen für den BDR

Auf gute Beine hofft am Sonntag John Degenkolb.

Der fünffache Vuelta-Etappensieger aus Gera ist der deutsche Hoffnungsträger beim Elite-Rennen der Männer, das am Sonntag zum WM-Abschluss über 267 km führt.

Zuvor starten die Junioren.

Der BDR hat vor den beiden verbleibenden Entscheidungen drei Medaillen auf dem Konto, darunter zweimal Zeitfahr-Gold durch Arndt und Tony Martin.

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