35 Zeugen sollen ab Januar im Fall Eufemiano Fuentes aussagen © imago

Fast sieben Jahre nach der "Operacion Puerto" müssen der mutmaßliche Dopingarzt und fünf weitere Angeklagte vor Gericht.

Madrid - Der mutmaßliche Dopingarzt Dr. Eufemiano Fuentes sowie fünf weitere Angeklagte müssen sich ab dem kommenden Januar vor einem spanischen Gericht verantworten.

Damit steht die als Operacion Puerto bekannt gewordene Doping-Affäre nach fast sieben Jahren vor dem Abschluss.

Nach einem Bericht der spanischen Tageszeitung "El Pais" sind insgesamt 35 Zeugen geladen, zu denen auch der zweimalige Tour-de-France-Sieger Alberto Contador sowie der deutsche Ex-Profi Jörg Jaksche zählen sollen. Fuentes droht bei einer Verurteilung wohl eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Vorwurf: Gesundheitsgefährdung

Neben Fuentes müssen sich unter anderem auch die ehemaligen Teamchefs Manolo Saiz (Once/Liberty Seguros) und Vicente Belda (Kelme) rechtfertigen.

Zudem werden Fuentes' Laborchef Jose Luis Merino Batres, seine Schwester Yolanda Fuentes, der Arzt Alfredo Cordova und Jose Ignacio Labarta belastet. Die Anklage lautet auf Gesundheitsgefährdung der Fahrer.

Der Fuentes-Fall zählt zu den größten Dopingaffären in der Geschichte des Radsports. Im Mai 2006 waren bei einer Razzia unter anderem eine große Menge an Blutbeuteln sowie Dopingmittel gefunden worden.

Keine Vorladung für Ullrich

Durch ihre Verwicklung in die Affäre wurden zahlreiche Fahrer von der Frankreich-Rundfahrt 2006 ausgeschlossen, darunter auch Jan Ullrich.

Der einzige deutsche Tour-Sieger war im Februar vom Internationalen Sportgerichtshof CAS schuldig gesprochen worden, gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen zu haben.

Er wurde zu einer zweijährigen Sperre rückwirkend vom 22. August 2011 verurteilt. Nach "SID"-Informationen hat Ullrich für den Fuentes-Prozess jedoch keine Vorladung als Zeuge erhalten.

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