Alberto Contador kommt mit 42 Sekunden Rückstand ins Ziel
Alberto Contador wurde der Tour-Sieg 2010 sowie der Giro-Sieg 2011 aberkannt © getty

Der Spanier schnappt sich rund einen Monat nach Ablauf seiner Dopingsperre zum zweiten Mal nach 2008 das Rote Trikot.

Madrid - Nach 3360 schmerzhaften Kilometern durch den spanischen Spätsommer hatte John Degenkolb die größten Kraftreserven:

Mit Höchstgeschwindigkeit raste der Geraer auf der Schlussetappe der 67. Spanien-Rundfahrt am Sonntag zu seinem fünften Tagessieg - und schrieb damit deutsche Radsport-Geschichte.

Alberto Contador feierte rund einen Monat nach Ablauf seiner Dopingsperre derweil zum zweiten Mal nach 2008 den Gesamtsieg der Vuelta.

Degenkolb lässt Korken knallen

"Es gibt keine bessere Möglichkeit, die Rundfahrt zu beenden. Großartig, einfach nur großartig", sagte Degenkolb, der sich auf dem Podium im Herzen der spanischen Hauptstadt feiern ließ:

"Es ist schwer, die richtigen Worte finden. Vielleicht gibt es gar keine. Ich bin einhundertprozentig zufrieden, jetzt werden wir erstmal mit Sekt anstoßen."

Wüst-Rekord verbessert

Mit seinem fünften Tageserfolg verbesserte der 23-Jährige den deutschen Rekord von Marcel Wüst. 1999 hatte der Kölner bei der Spanien-Rundfahrt vier Etappen gewonnen.

Dieses Kunststück hatte Degenkolb bereits nach den ersten zehn Teilstücken vollbracht. "Jetzt freue ich mich erstmal auf zu Hause und schaue auch schon ein wenig auf die WM", sagte der Argos-Profi, der im niederländischen Valkenburg im Straßenrennen am 23. September für Deutschland um den Titel fahren will.

"Ein ganz spezieller Sieg"

Seinen vielleicht wichtigsten Erfolg der Karriere verbuchte Contador.

Der 29 Jahre alte Kapitän vom Team Saxo Bank, der nach einem positiven Clenbuterol-Befund bei der Tour de France 2010 im Februar für zwei Jahre gesperrt worden war, hatte die Gesamtführung auf der 17. Etappe am Mittwoch nach einem beherztem Angriff auf dem Weg nach Fuente De erkämpft, als er sich bereits 50 Kilometer vor dem Ziel von seinen Konkurrenten absetzte.

"Es ist ein ganz spezieller Sieg für mich nach allem, was passiert ist, auch weil ich ihn mir so hart erarbeiten musste", sagte der zweimalige Tour-Sieger Contador unmittelbar nach der Zieldurchfahrt.

Martin steigt aus

Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin hatte die Spanien-Rundfahrt am Samstag aufgegeben. Der gebürtige Cottbuser stieg nach gut 100 Kilometern der schweren letzten Bergetappe zum Bola del Mundo vom Rad.

Martin begründete den Schritt mit der WM, wo er am 19. September seinen Titel im Zeitfahren erfolgreich verteidigen will.

"Die letzten Kilometer bis nach Madrid sind unerheblich für meine WM-Vorberbeitung. Für mich geht es hier um nichts. Also nutze ich einen Tag mehr zur Erholung zwischen dem ganzen Reisestress", teilte Martin auf seiner Homepage mit.

Niermann macht Schluss

Für Grischa Niermann endete in Madrid seine Karriere. "Ich war 17 Jahre lang Profi und habe jeden Tag genossen. Jetzt freue ich mich auf eine neue Herausforderung als Trainer bei meinem Team Rabobank", schrieb der 36-Jährige bei Twitter.

Niermann nahm unter anderem neunmal an der Tour de France teil und beendete die Frankreich-Rundfahrt beim Debüt 2000 auf Platz 24.

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