Der kleinwüchsige Mathias Mester hat in der Parade-Disziplin seiner Trainerin Steffi Nerius eine Medaille verpasst und fühlte sich anschließend "verarscht".

Der 25-Jährige wurde bei seinem siebten Platz in der Speerwurf-Konkurrenz bei den Paralympics in London nämlich von der befürchteten Übermacht aus China und dem Irak geschlagen.

"Ehrlich gesagt fühlt man sich schon ein bisschen verarscht", sagte Mester, der mit seiner Europarekord-Weite auch nur Sechster geworden wäre:

"Den Chinesen, der gewonnen hat, habe ich vorher nie gesehen. Und ich weiß auch nicht, wie er in diese Klasse gekommen ist. Es ist schon seltsam, wenn einer mit 36 Metern Vorleistung gemeldet ist und dann einen Weltrekord von 47,95 m wirft."

Hinter jenem Goldmedaillen-Gewinner Wang Zhiming folgten in Ahmed Naas, Wildan Nukailawi und Kovan Abdulraheem drei Iraker vor einem weiteren Chinesen (Fan Chengcheng).

"Vom Erlebnis her war es aber eine tolle Veranstaltung", sagte Mester, der als Weltranglistenzweiter und somit eigentlich Medaillenkandidat in den Wettkampf gegangen war:

"Es hat Spaß gemacht, hier zu starten, und mit meiner Leistung bin ich halbwegs zufrieden. Deshalb bin ich auch nicht so traurig, wie man es nach Platz sieben vielleicht erwarten könnte. Gegen diese Weiten konnte ich eben einfach nichts machen."

Mester war im Vorfeld der Spiele von einer Wirbelsäulen-Operation und einem Bandscheiben-Vorfall zurückgeworfen worden und hatte deshalb offen gelassen, ob er in Rio 2016 noch einmal an den Start gehen wird.

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