Radsportler Norbert Mosandl hat nach seiner Silbermedaille im paralympischen Zeitfahren hinter dem früheren Formel-1-Piloten Alex Zanardi heftige Kritik am Deutschen Behindertensportverband (DBS) geübt, der DBS wies diese aber umgehend zurück.

"Mir wurden vom Bundestrainer nur Knüppel zwischen die Beine geworfen, als Krönung habe ich drei Tage vor dem Rennen eine Mail bekommen, dass ich aus der Nationalmannschaft geflogen sei. So geht man nicht mit Top-Athleten um", sagte der 51 Jahre alte Cottbuser und kündigte an, "dass ich bald eine Pressekonferenz geben und dort alle Mails veröffentlichen werde."

Einziger Grund für seinen angeblichen Ausschluss sei die Tatsache, "dass ich nicht im Paralympischen Dorf wohnen wollte, sondern draußen in Brands Hatch, wo auch unsere Wettkämpfe stattfinden."

Brands Hatch liegt etwa 35 km vom Paralympischen Dorf in Stratford entfernt.

Mosandl erklärte zudem, ein Techniker habe sich auf Kommando des Verbandes geweigert, sein Rad zu reparieren: "Außerdem wurde mir gesagt, dass der Verband keinerlei Verantwortung für mich übernimmt. Und sämtliche Kosten hat mein Verein in Cottbus übernommen."

"Das ist eine sehr traurige und nicht nachvollziehbare Situation", sagte sein Trainer Christoph Weiss: "So kann man nicht mit Athleten umgehen. Das ist inakzeptabel. Wir wurden massiv boykottiert, und darüber wird nach den Spielen knallhart zu reden sein."

Deutschlands Chef de Mission Karl Quade wies die Vorwürfe dagegen zurück.

"Fakt ist, dass niemand aus der Nationalmannschaft geflogen ist. Norbert Mosandl hat kurz vor den Spielen gesagt, dass er lieber in Brands Hatch als im Dorf wohnen will. Dieses eigenständige Verhalten haben wir akzeptiert. Allerdings liegt es dann nicht an uns, dies zu finanzieren, denn wir stellen im Dorf alles für die Athleten bereit."

Zum Vorwurf der zurückgewiesenen Reparatur sagte Quade: "Es gibt keine Techniker, die sind alle im Dorf, wo alle Dienste zur Verfügung stehen."

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