Heinrich Popow hat die erste deutsche Sprint-Medaille bei den Paralympics in London gewonnen.

Der unterschenkelamputierte Leverkusener gewann über 200 m Bronze in persönlicher Bestleistung von 25,90 Sekunden. Der viermalige Paralympics-Sieger Wojtek Czyz kam in 26,07 Sekunden auf Rang fünf.

Es gewann unter dem Jubel der 80.000 Zuschauer im Olympia-Stadion der Brite Richard Whitehead in der Weltrekord-Zeit von 24,38 Sekunden vor dem US-Amerikaner Shaquille Vance (25,55).

"Ich hatte heute einfach Eier", sagte Popow schmunzelnd:

"Dass ich als mieser Kurvenläufer auf der schlechtesten Bahn eine Medaille gewinne, ist unglaublich. Ich bin seit anderthalb Jahren nicht mehr 200 m gelaufen. Normalerweise sterbe ich nach 120 Metern, aber die Zuschauer waren so geil, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie ich sterbe."

Czyz war dagegen frustriert. "Es ist einfach beschissen gelaufen", sagte der Kaiserslauterer, der über 200 m 2004 in Athen Gold gewonnen hatte:

"Meine Zeit ist eine klare Enttäuschung, aber ich konnte einfach nichts mehr entgegensetzen." Nun will sich Czyz auf die 100 m am Freitag "in Ruhe vorbereiten und nochmal angreifen. "

Im Weitsprung, wo die Oberschenkel- und Unterschenkel-Amputierten gemeinsam starten, hatte Czyz am Freitag Silber hinter dem Leverkusener Markus Rehm gewonnen.

Popow war mit vier Zentimetern Rückstand auf Bronze Vierter geworden. Er gilt zudem als Favorit über die 100 m.

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