Die Diskussion um den Doppelstart von Stelzenläufer Oscar Pistorius, der nach den Olympischen Spielen auch bei den Paralympics in London antritt, hat neue Nahrung erhalten.

"Wir haben Studien über das Laufen mit Prothesen gemacht und nachhaltig gezeigt, dass dieses mechanisch günstiger ist als mit gesunden Beinen", sagte der Kölner Biomechanik-Professor Gert-Peter Brüggemann.

Er wisse allerdings auch, welche Probleme ein amputierter Mensch mit dem Start, dem Kurvenlauf und der Instabilität der dünnen Stelzen habe. Es gebe daher Vor- und Nachteile, sagte er.

Zugleich bescheinigte Brüggemann dem Südafrikaner, der bei Olympia über die 400 m das Halbfinale erreicht hatte, überragende Qualitäten.

"Er ist jemand, dem es gelungen ist, eine Bewegungstechnik, eine Bewegungsform zu entwickeln, mit diesen Hilfsmitteln so wahnsinnig effizient, ökonomisch und schnell zu laufen", sagte Brüggemann.

Der unterschenkelamputierte Pistorius trat am Samstag im Rennen über die 200 m zu seinem ersten von vier Wettbewerben bei den Paralympics an.

In der gleichen Disziplin ging auch der Leverkusener David Behre (25) an den Start. Der gleichaltrige Pistorius hatte vor vier Jahren in Peking Gold über die 100, 200 und 400 m gewonnen. Zusätzlich lief er 2004 in Athen zum Sieg über die 200 m.

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