Der neue sportpolitische Sprecher der Grünen, Özcan Mutlu, würde bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi lieber als Demonstrant auf die Straße gehen als sich im Stadion die Wettbewerbe anzuschauen.

"Ich würde draußen mit den Protestierenden in einer Reihe stehen und deutlich machen: Sport ist wichtig, aber wir dürfen dafür weder die Umwelt noch die Menschenrechte opfern", sagte der 45-Jährige im Deutschlandfunk.

Die Absage von Bundespräsident Joachim Gauck, der auf eine Reise nach Sotschi verzichtet, hält Mutlu für richtig: "Aber Gauck hätte deutlicher sagen sollen, warum er nicht fährt."

Mutlu fordert darüber hinaus, die Sitzungen des Sportausschusses wieder öffentlich zugänglich zu machen: "Sportpolitische Entscheidungen sollten nicht in Hinterzimmern von Sportfunktionären oder Politikern gemacht werden, sondern im Parlament."

Wenn das nicht passieren sollte, würden die Grünen versuchen, "mit den Wegen und Mitteln, die wir selber haben, Öffentlichkeit herzustellen".

Es dürfe nicht sein, dass Sportfunktionäre im Ausschuss ohne eine kritische Öffentlichkeit auch noch die Sportpolitik des Bundes machen könnten.

"Da stehen oft eigene Interessen im Vordergrund, darunter leiden der Breitensport und die Verbände, die keine starke Lobby haben", sagte Mutlu.

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