Obama ist seit 2009 Präsident der Vereinigten Staaten © getty

US-Präsident Barack Obama hat mit der Nominierung zweier homosexueller Sportstars in seine Olympia-Delegation ein Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung in Russland gesetzt.

Der Staatschef berief die Tennislegende Billie Jean King (70) und die Eishockey-Nationalspielerin Caitlin Cahow (28) in die US-Delegation für die Olympischen Winterspiele in Sotschi (7. bis 23. Februar). Er selbst wird den Spielen fernbleiben.

Dieselbe Entscheidung hatten zuvor auch Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Staatschef François Hollande getroffen.

Die Besetzung der Delegationsleitung könnte als Protest Obamas gegen das Anti-Homosexuellen-Gesetz im Olympia-Gastgeberland gewertet werden.

An der Spitze steht lediglich die ehemalige Ministerin für innere Sicherheit, Janet Napolitano (56). Bei den vergangenen Winterspielen in Vancouver 2010 waren Vizepräsident Joe Biden und dessen Frau Jill die Leiter der Delegation, 2012 in London gab sich sogar die First Lady Michelle Obama die Ehre.

Barack Obama hatte stets verdeutlicht, dass er einen Boykott der Winterspiele wegen des umstrittenen Gesetzes nicht als Option sieht, sondern Erfolge von schwulen und lesbischen US-Athleten für die bessere Antwort auf die diskriminierende Vorschrift hält.

"Wenn Russland keine schwulen oder lesbische Sportler im Team hat, dann wird es wahrscheinlich nicht so stark sein", hatte Obama erklärt. Seit Juni steht in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe.

Das von Staatspräsident Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz hatte international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands bei den Winterspielen aufkommen lassen.

Internationale Menschenrechtsgruppen hatten einen Boykott der ersten Winterspiele auf russischem Boden gefordert.

Dem ist bislang noch kein Land gefolgt.

Die Besetzung der Olympia-Delegation stieß in den USA auf ein positives Echo.

Als einen "genialen Schlag" bezeichnete "Sports Illustrated" den Vorgang.

Die Organisation Human Rights First war ebenfalls angetan von dem präsidialen Schachzug.

"Dies ist eine positive Botschaft an die Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen, gleichwohl an die russische Regierung", hieß es in einer Mitteilung.

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