Knapp vier Monate vor dem Start der Olympischen Winterspiele in Sotschi (7. bis 23. Februar 2014) hat US-Skistar Bode Miller das umstrittene Homosexuellen-Gesetz Russlands scharf kritisiert.

"Es ist absolut beschämend, dass es Länder und Völker gibt, die so intolerant und ignorant sind. Das ist peinlich", sagte der 35 Jahre alte Olympiasieger in der Super-Kombination.

Zugleich griff der mit insgesamt fünf Olympiamedaillen dekorierte Amerikaner das nationale olympische Komitee seines Landes USOC sowie das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit dem Vorwurf an, sich nicht stark genug für die in ihren Grundsätzen verankerten Ideale stark zu machen.

"Die Athleten werden irgendwo hingeschickt und sollen diese Philosophien vertreten, und dann dürfen sie ihre Einstellungen und Meinungen nicht zum Ausdruck bringen. Das ist ziemlich scheinheilig", sagte Miller.

Zuletzt hatte sich unter anderem auch Eishockey-Olympiasieger Sidney Crosby auf die Seite homosexueller und lesbischer Athleten gestellt und sich gegen das umstrittene Gesetz ausgesprochen.

Diese Entscheidungen und Gesetze seien etwas, mit dem er persönlich nicht übereinstimme, sagte der kanadische Superstar.

Das Gesetz stellt seit Juni in Russland die Verbreitung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige unter Strafe.

Das von Putin unterzeichnete Gesetz hatte international Zweifel an der Offenheit und den Gastgeberfähigkeiten Russlands aufkommen lassen und Proteste von Athleten wie jüngst bei der Leichtathletik-WM in Moskau nach sich gezogen.

Auch das IOC hatte sich kritisch zu dem Gesetz geäußert und nach einer entsprechenden Aufforderung umfangreiche Garantien der russischen Regierung für "offene" Spiele erhalten.

Weiterlesen