Erste deutsche Politiker haben wegen der Debatte um das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz Homosexuelle einen Boykott der Olympischen Spiele in Sotschi 2014 gefordert.

"Mit der Ausgrenzung von Homosexuellen geht Russland einen weiteren großen Schritt in Richtung einer lupenreinen Diktatur", sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger der "Welt am Sonntag":

"Ich bin besorgt, denn Ausgrenzung und Boykott sind keine guten Vorzeichen für die Olympischen Spiele in Sotschi."

In Russland ist es seit kurzem strafbar, Minderjährige über homosexuelle Lebensformen zu informieren.

Auch öffentliche Küsse gleichgeschlechtlicher Partner sind in dem Verbot inbegriffen.

Die russische Regierung erinnerte zuletzt daran, dass dieses Gesetzt auch für die Olympia-Teilnehmer gelte.

"Was in Russland stattfindet ist staatliche Verfolgung. Die Debatte über das Gesetz haben einige Gruppen als Aufforderung verstanden, die Jagd auf Homosexuelle zu eröffnen. Das sind unhaltbare Zustände", erklärte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, in der "WamS".

Johannes Kahrs (SPD) und Volker Beck (Grüne) plädieren für eine Verlegung der Winterspiele.

US-Präsident Barack Obama lehnt dagegen einen Boykott der Spiele ab.

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