Wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen schlägt die Organisation Human Rights Watch ein Jahr vor Winter-Olympia in Sotschi Alarm beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Angeprangert werden auf den Olympiabaustellen Übergriffe gegen Migranten. Wanderarbeiter würden betrogen und ausgenutzt.

Dabei stellt die Menschenrechtsorganisation fest, das IOC habe es nach der Übernahme der Verantwortung für die Wahrung der Menschenrechte auf olympischem Terrain im Jahre 2009 versäumt, den Schutz der Rechte der Arbeitnehmer in Sotschi umfassend anzugehen.

"Angesichts der dokumentierten, anhaltenden Menschenrechtsverletzungen im Rahmen der Olympia-Vorbereitungen fordert Human Rights Watch das IOC auf, einen ständigen Ausschuss zu etablieren, der Menschenrechtsverpflichtungen in Gastgeber-Ländern durchsetzt."

Im 67-seitigen Bericht kritisiert Jane Buchanan, zuständig zu der Organisation für den Bereich Europa und Zentralasien: "Das IOC feiert derzeit in Sotschi den Ein-Jahres-Countdown für die Winterspiele 2014 und hat die Chance, eine starke Aussage über Respekt und Menschenwürde gegenüber den russischen Behörden zu treffen. Die Welt sollte nicht jubeln über Winterspiele in Russland, die auf einem Fundament von Ausbeutung und Missbrauch gebaut werden."

Laut des Berichts von Jane Buchanan ist eine Gruppe von Arbeitern am Main Media Enter seit Monaten ohne Lohn. Andere Arbeiter erhielten ihre erste Zahlung erst nach zwei Monaten, aber auch nur dann, wenn sie sich verpflichten würden, den Job weiterzuführen.

Andere würden wochenlang ohne freie Tage und ohne die versprochenen Löhne von 1500 Dollar pro Monat arbeiten. Viele klagten über zu wenig Essen und überfüllte Unterkünfte.

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